13.
09.13
Verbesserte USDA-Schätzung für Getreide - knappe Versorgung bleibt

Getreide Cockpit, 13.09.2013

Bullish
  • trotz Bestandsaufbau knappe Vorratsbestände
  • Versorgungskennziffern unter Durchschnittswerten
  • Weizen knapper als Coarse Grains
  • Ernterisiken noch nicht vollends überwunden
  • Schwächere Ernten auf der Südhalbkugel in Aussicht
Bearish
  • Aufstockung der Endbestände
  • großes Poetenzial an exportfähigem Volumen in den bedeutenden Exportländern
  • nachlassende Nachfrage in den nordafrikanischen Ländern

USDA-Schätzung Sept. 2013: höhere Ernte, dennoch knapp durchschnittliche Versorgung

Die mit Spannung erwartete jüngste USDA-Schätzung der Weltgetreideversorgung hat an den Börsen zunächst für ein lebhaftes Hin und Her der Kursentwicklungen beigetragen. Nachdem jedoch die Zahlen intensiver durchforstet waren, kristallisierten sich erste Richtungsvorgaben heraus. Die Maiskurse kamen zu ihrem Ausgangspunkt zurück, die Weizenkurse streben etwas nach oben.

Die grundlegenden Ergebnisse in Kurzfassung:

Die Weltgetreideernte wurde gegenüber der Vormonatsschätzung auf 1.954 Mio. t erhöht, 171 Mio. t mehr als im katastrophalen Vorjahr. Im mehrjährigen Vergleich liegt die Zunahme allerdings nur knapp über dem langjährigen Trend. Die Erntefläche wurde um 10 Mio. ha höher als im Durchschnitt der Vorjahre eingestuft. Die Flächenerträge wurden jedoch auf Rekordniveau von 3,6 t /ha geschätzt. Damit entfallen rd. 34 Mio. t auf den Flächenzuwachs und 136 Mio. t auf die Steigerung der Hektarerträge (543 Mio. ha x 0,25 t/ha). Damit wird nochmal unterstrichen, welch starke Bedeutung die stark witterungsabhängigen Flächenerträge für die Ernte besitzen.

Die Weizenernte wurde nochmals höher auf knapp 709 Mio. t (Vorjahr 655 Mio. t) angesetzt. Eine um 5 Mio. ha größere Erntefläche und um 0,2 t je ha größerer Ertrag sind die maßgeblichen Grundlagen der Schätzung.

Die übrige Getreideernte (Coarse Grain) wird gleichbleibend mit 1.245 Mio. t (darunter 956 Mio. t Mais) beziffert, auch in diesem Fall sind höhere Ernteflächen um 5 Mio. ha und ein Ertragszuwachs von geschätzten 0,4 t je ha die entscheidende Grundlage.

Auf der Nachfrageseite geht man von einer Steigerung des gesamten Getreideverbrauchs von 97 Mio. t auf 1.919 Mio. t aus. Steigerungen werden für die menschliche Ernährung, für Futterzwecke und für den industriellen Verbrauch unterstellt.

Im Falle des Weizens rechnet man mit 706 Mio. t Verbrauch knapp unterhalb des Ernteergebnisses und im Falle von Coarse Grain mit 1.213 Mio. t deutlich niedriger als das aktuelle Erntergebnis.

Die preisentscheidenden Endbestände werden für Gesamtgetreide auf knapp 360 Mio. t (Vorjahr 325 Mio. t) geschätzt. Die Bestandszunahme füllt die stark abgebauten Vorratsreserven wieder auf.

Eine Beurteilung der Weltversorgungslage erfolgt mit Hilfe der Kennziffer „% Endbestand zum Verbrauch“ (stock to use ratio). Aus den vorgenannten Zahlen läßt sich für 2013/14 ein Anteil von 18,7 % Endbestand (Vorjahr 17,8 %) errechnen. Der mehrjährige Durchschnittswert liegt bei knapp 20 %. Im Falle des Weizenmarktes beträgt der Endbestand knapp 25 % vom Verbrauch gemessen am mehrjährigen Durchschnitt von 26,5 %. Für das übrige Getreide errechnet sich ein 15 % Endbestand am Verbrauch im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert von 16,5 %.

Fazit: Die hohen Steigerungszahlen gegenüber dem Vorjahr sind ein ungeeigneter Maßstab zur Beurteilung der Marktlage, weil das katastrophale Jahr 2012/13 die Vergleichsgrundlage verzerrt. Besser geeignet sind Vergleiche mit dem mehrjährigen Trendentwicklungen. Demzufolge wird die Weltgetreideernte knapp überdurchschnittlich einzuordnen sein, aber  die Versorgungslage bleibt hinter dem mehrjährigen Durchschnitt zurück.

Verbesserte USDA-Schätzung für Getreide - knappe Versorgung bleibt
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngste Schätzung des USDA zur Weltgetreideernte liefert zwar leicht nach oben korrigierte Zahlen, ändert aber an der grundlegend eher knapp durchschnittlichen Versorgungslage nur wenig. Die Kursbewegungen an den Börsen haben sich nach erster Aufregung wieder gelegt. Die nächsten Wochen werden weiterhin von der Interpretation der USDA-Zahlen vor dem Hintergrund der laufend zunehmenden tatsächlichen Druschergebnisse und den Exportaktivitäten bestimmt werden. Eine steigende Aufmerksamkeit wird den Ernten auf der Südhalbkugel in Argentinien und Australien gewidmet.

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