14.
02.14
Weizenpreise rauf oder runter?

Getreide Cockpit, 14.02.2014

Bullish
  • Reger Getreidehandel weltweit
  • Auswinterungsschäden in nicht bekannter Höhe
  • Umwidmung von Anbauflächen zugunsten von Ölsaaten in unbekannter Höhe
  • Einfuhrbedarf Chinas
Bearish
  • durchschnittliche globale Versorgungslage 2013/14
  • steigende Endbestände sorgen für Risikoausgleich
  • ablassende Nachfragesteigerung

Zukünftige Getreidepreise – widersprüchliche Kursentwicklungen und Erwartungen

Die US-Börsennotierungen für Weizen entwickeln nach monatelanger Talfahrt zurzeit einen ehrgeizigen Preisauftrieb. Innerhalb von 10 Tagen machte der Weizenkurs einen Sprung um rd. 10 %. Antriebskräfte bilden die abgestuften Versorgungszahlen des USDA-Berichts Anfang Febr.2014 sowie die starken Exportaktivitäten in den USA, der EU und Ukraine.

Die US-Kursentwicklung für Mais hat schon eine längere Phase der Bodenbildung hinter sich  und zeigt sich erneut auf dem aufsteigenden Ast, auch wenn die Preiszunahmen nicht so üppig ausfallen wie beim Weizen. Auch hier waren die gleichen Kräfte am Werk.

Die kommenden Liefertermine bis in den Herbst 2014 lassen eine steigende Tendenz sowohl beim US-Weizen wie beim US-Mais erkennen. Hintergrund dieser Entwicklung dürften die gedämpften Erwartungen einer von Auswinterung betroffenen Weizenernte sowie einer preisüberlegenen Anbauflächenkonkurrenz der Sojabohne zum Mais in den USA sein.

Demgegenüber stehen Prognosen europäischer Marktanalysten (u.a. Tallage) und die Kursentwicklung an der Pariser Börse, die für die Getreidepreise noch  Preisspielraum nach unten signalisieren. Die Gründe werden mit einem abnehmenden EU-Export, einer Wiederaufnahme der Ausfuhren aus dem Schwarzmeergebiet  in der 2. Hälfte des Wirtschaftsjahres und einem stärkeren Angebotsdruck aus Kanada und USA vorgetragen.

In den  jüngsten Veröffentlichungen des australischen Landwirtschaftsministeriums steht eine aktuell höher geschätzte Getreideernte, die teilweise für einen steigenden Export zur Verfügung steht.

Auf der Nachfrageseite rechnet man mit begrenzten Importaktivitäten der nordafrikanischen Länder. Meldungen zufolge sollen Ägyptens Lager bis Mitte Juni 2014 gefüllt sein. Allerdings steht dem die Notwendigkeit der laufenden Ergänzung des abschmelzenden Vorrats gegenüber. Bekannt ist auch, dass rd. 20 %  der ägyptischen Lagerbestände auf irgendeine Weise in dunkle Kanäle abgeleitet werden.

Unsicherheit besteht hinsichtlich des chinesischen Importverhaltens. Die Zurückweisung mehrerer Schiffsladungen mit Mais wegen nicht zugelassener GMO-Sorten hat für Unklarheit um den weiteren Einfuhrbedarf Chinas gesorgt. Ähnlich wie bei den Sojaeinfuhren sollen Kaufoptionen von Mais in den Herbst geschoben werden.

Im Getreidehandel herrscht eine abwartende Haltung. Käufer und Verkäufer stehen an der Seitenlinie und warten auf eindeutigere Signale, welche Richtung die Kurse in den nächsten  Wochen und Monate nehmen werden. Möglicherweise sorgt der Beginn die Frühjahrs-entwicklung für mehr Klarheit: Die Transportlogistik in Nordamerika und dem Schwarzmeergebiet nimmt dann wieder mehr  Fahrt auf und das Ausmaß der tatsächlichen Auswinterungsschäden wird deutlicher.  

Weizenpreise rauf oder runter?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuellen Perspektiven auf dem Getreidemarkt liefern begrenzt überzeugende Hinweise auf eine eindeutige Richtungsentwicklung. In der aktuellen Phase sind  aufgrund der Logistikprobleme in Nordamerika und im Schwarzmeergebiet sowie mögliche Auswinterungsschäden in unbekannter Höhe die Antriebsfaktoren für steigende Kurse. Für die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gibt es auf beiden Seiten gute Argumente für steigende wie nachgebende Kurse. Eine dritte Richtung ist auch begründbar: ein gleichbleibendes Niveau mit einer vergleichsweise geringen Schwankungsbreite. Die späteren Terminkurse an den Börsen signalisieren mit vergleichsweise geringen Änderungen diese Richtung.  Möglicherweise liefert der demnächst einsetzende Vegetationsbeginn mehr Klarheit.

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