18.
04.14
Feiertagsbedingte Seitwärtsbewegungen der Getreidekurse

Getreide Cockpit, 18.04.2014

Bullish
  • weitere Spannungen im Ukraine-Konflikt
  • Ungünstige Wetterentwicklungen in den USA
Bearish
  • Deeskalation im Ukraine-Konflikt
  • vegetationsfreundliche Wetterentwicklung in den USA

Getreidemarkt über die Osterfeiertage

Die Osterfeiertage in Europa bis einschl. Ostermontag (in den USA nur bis Ostersonntag) unterbrechen zwar die Börsenaktivitäten für eine beachtliche Zeit. Dennoch gehen die spannungsgeladenen Entwicklungen in Russland und der Ukraine weiter und auch das Wetter ist nicht anzuhalten. Für die kurzlebige Sensitivität einer Börse ist das eine lange Zeit, in der viele Dinge sich ändern können. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Börsennotierungen aus den riskanten Positionen zurückgenommen wurden und der bisherige Aufwärtsschwung an Kraft verloren hat. Überwiegend sind Seitwärts-Bewegungen zu beobachten, bis auf Weizen, der die Nase hoch hält.

Eine sich aktuell andeutende Entkrampfung im Ukraine-Konflikt muss nicht Bestand haben. Eine falsche Reaktion auf eine dumme Provokation kann jederzeit ausreichen, die Situation  wieder zu verschärfen. Inwieweit eine Feiertagsstimmung geeignet ist, Ruhe zu bewahren oder das Gegenteil, die freie Zeit genutzt wird, um demonstrative Stärke mit mehr oder weniger friedlichen Ablauf zu beweisen, ist kaum verlässlich vorhersehbar.

Obwohl von ukrainischer Seite die derzeitige Normalität des laufenden Getreideexportbetriebes immer wieder beteuert wird, stellt sich dennoch das Problem nach der zukünftigen Entwicklung vor dem Hintergrund der politischen und finanziellen Instabilität der Ukraine. Die Frage nach ausreichendem Einsatz von ertragssteigernden Betriebsmitteln in diesem Frühjahr konnte bisher nicht überzeugend dargestellt werden. Auf der Krim jedenfalls fehlen eindeutig Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und die wichtigen Süßwasserlieferungen, weil die Lieferungen von der übrigen Ukraine rigoros abgeschnitten wurden.  

Jedenfalls werden sich potenzielle Getreideimporteure zu einem gewissen Teil  anderweitig absichern. Das treibt den Risikoprämienanteil in den Preisen in die Höhe.

Die Wetterentwicklung in den USA ist möglicherweise noch bedeutungsvoller für die weitere Markt- und Preisentwicklung. Auswinterungsschäden auch durch die jüngste Kältewelle sind unbestritten, aber das Ausmaß bleibt solange im Unklaren, wie sich eine zügige Vegetationsentwicklung noch nicht durchgesetzt hat. Die jüngsten Temperaturanstiege und vereinzelten Niederschläge könnten Abhilfe schaffen. Neben der Kälte wirken sich auch die fehlenden Niederschläge in einzelnen Regionen negativ aus. Auch hier ist eine für die Schadensbemessung ausreichende Einschätzung noch nicht sicher.

Der Rückstand der US-Maisaussaat erregt zwar Aufmerksamkeit, hat aber zu diesem Zeitpunkt noch wenig Bedeutung. Kritischer werden dagegen die Aussichten auf witterungsbedingte weitere Verzögerungen infolge von durchziehenden wechselnden Niederschlagsfronten in den kommenden 14 Tagen gesehen. Das Zeitfenster für eine optimale Aussaat reicht bis Mitte Mai. Die US-Farmer werden in jedem Fall auch die Feiertage für die Aussaat nutzen. Der wöchentliche Saatenstandbericht am Montag wird zeigen, wie weit ein Fortschritt über die bisher festgestellten 3 % Anbaufläche stattgefunden hat.

Der Beginn der nächsten Woche kann durchaus einige überraschende Korrekturen an den Börsen bereithalten.

Feiertagsbedingte Seitwärtsbewegungen der Getreidekurse
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Getreidekurse werden aktuell durch die ungelösten Spannungen im Ukraine-Konflikt und durch die Wetterentwicklung in den USA maßgeblich bestimmt. Andere Einflußfaktoren treten zurzeit in den Hintergrund. Über die Osterfeiertage hinweg können deutliche Veränderungen auftreten, deren Ergebnisse nur begrenzt voraussehbar sind. ZuBeginn der Nachosterwoche können Korrekturen an der Börsentwicklung notwendig werden. Richtung und Ausmaß sind kaum abschätzbar.

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