18.
07.13
Weltgetreideernte in der entscheidenden Phase

Getreide Cockpit, 18.07.2013

Bullish
  • niedrige Anfangsbestände, geringes Abpufferungsvermögen
  • verzögerte Aussaat, weniger robuste Pflanzenbestände
  • bevorstehende warme und niederschlagsarme Vegetationsperiode
  • Gefahr von Frühfrösten
Bearish
  • vergrößerte Anbaufläche
  • bisher gut durchschnittlicher Saatenstand
  • keine extremen Wettterlagen vorerst erkennbar
  • Leistungssteigerung der Sorten

Beispiele: 

Wirtschaftsjahr 2011/12: stock to use ratio  15,3 %   => Maispreis 6,22 $/bu  = 18,81 €/dt

Wirtschaftsjahr 2012/13:  stock to use ratio  14,3 %   => Maispreis 6,95 $/bu  = 21,01 €/dt

Wirtschaftsjahr 2013/14: stock to use ratio * 16,3 %  =>  Maispreis* 4,80 $/bu = 14,51 €/dt

*geschätzt

Die kommende Maisernte in den USA wird zum entscheidenden Dreh- und Angelpunkt für das Ergebnis der Weltgetreideernte 2013/14. Die US-Maisernte soll um 84 Mio. t steigen und macht damit die Hälfte des Zuwachses der Weltgetreideernte mit  +163 Mio. t aus. Das Schwarzmeergebiet soll einen Beitrag von +32 Mio. t und die EU-28  rd. 16 Mio. t Mehrerzeugung dazu leisten.

Der US-Mais befindet sich in der entscheidenden Ertragsbildungsphase mit einsetzender Bestäubungsphase im Juli und der Kornfüllungszeitspanne im Aug. bis Sept.. Maßgeblichen Einfluss auf die weitere Bestandsentwicklung hat die kommende Wetterentwicklung mit den erforderlichen Niederschlägen und passenden Temperaturen.

Mit Stand vom 15. Juli 2013 wird der Mais zu 66 % als gut bis ausgezeichnet eingestuft, gegenüber der Vorwoche allerdings um 2 Punkte schlechter. Die Aussaat erfolgte 2013 aufgrund von Dauerregen durchschnittlich um 2 Wochen später als sonst üblich. Die Pflanzen haben mit flacher Bewurzelung reagiert. Eine längere Trockenphase könnte zu erheblichen Schädigungen führen, weil das Bodenwasser in tieferen Schichten nicht erschlossen ist.

Eine im Jahre 2009 ähnlich verzögerte Maisaussaat brachte es bei günstigen Wetter-bedingungen in der Nachfolgezeit auf einen bisherigen Rekordertrag von rd. 103,5 dt/ha. Allerdings zog sich die Ernte bis Mitte November hin. Ertragsschädigende Frühfröste im Sept. oder Okt. traten damals nicht auf. 

Die bisherige Entwicklung der US-Maisbestände und die 14-tägige Vorausschau deuten eher auf einen Wachstumsverlauf wie im Jahre 2011 hin. Trifft diese Annahme zu, wäre mit einem Maisertrag von 92,5 dt/ha zu rechnen. Legt man die vom USDA geschätzte Erntefläche von 36,07 Mio. ha zugrunde, käme eine US-Maisernte von 333,6 Mio. t zustande.  Dieses Ergebnis liegt um fast 21 Mio. t niedriger als die bisher vom USDA geschätzte Menge, wäre aber immer noch rd. 60 Mio. größer als im katastrophalen Vorjahr, aber nur 20 Mio. t größer als das durchschnittliche Vorvorjahr.

Eine um  21 Mio. t geringere US-Maisernte verringert die Welternte und bei gleichbleiben-dem Verbrauch auch die Endbestände 2013/14. Nach den bisherigen Schätzungen sollten diese aber gerade um 28 Mio. t aufgestockt werden. Eine niedrigere Aufstockung würde einen Endbestand von 333,6 Mio. t liefern. Setzt man den verringerten Endbestand ins Verhältnis zum konstanten Verbrauch, kommt man auf eine Versorgungszahl von 17,4 % (vorher 18,5 %). Das wäre ein halbes Prozent niedriger als im abgelaufenen Jahr. Im Falle einer Verbrauchseinsparung in gleicher Höhe der Erzeugungsminderung verbessert sich das Endbestand-Verbrauchsverhältnis gerade mal auf 17,6 %, also immer noch unter Vorjahreswert.

Für die Preisbildung kommt es darüberhinaus ausschlaggebend darauf an, dass  die Mehrerzeugung in den exportfähigen und exportwilligen Ländern stattfindet. Dazu zählt die USA. Eine weniger als erwartete Maisernte wird die US-Exportmengen zwar beeinträchtigen und nicht verschlechtern. Ein leicht höherer als bisher prognostizierter Preis wäre das Ergebnis.

Weltgetreideernte in der entscheidenden Phase
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ZMP Live Expertenmeinung

Die US-Maisernte als Dreh- und Angelpunkt der diesjährigen Weltgetreideernte ist in ihre entscheidende Phase eingetreten. Die nächsten 4 Wochen werden darüber entscheiden, ob und inwieweit sich die Weltgetreideversorgung gegenüber dem Durchschnitt früherer Jahre verbessert. Das schwache Erntejahr 2012/13 liefert keine hinreichende Vergleichs- und Beurteilungsgrundlage.  

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