18.
10.13
Wie (un-)ruhig verläuft die Nach-shut-down-Phase?

Getreide Cockpit, 18.10.2013

Bullish
  • Verdeckte Handelsaktivitäten höher als bekannt geworden
  • nachträgliche Korrekturen an den USDA-Ernteschätzungen
  • schwacher Dollarkurs fördert US-Ausfuhren
  • China's latent hohe Bedarfssituation
Bearish
  • Ggfs. Bestätigung hoher Erwartungen an die US-Maisernte
  • Kanadas überdurchschnittliche Ernteergebnisse
  • rege Exportaktivitäten aus dem Schwarzmeergebiet
  • EU: hoher Eurokurs dämpft die Exportwettbewerbsfähigkeit

Wie "geschmeidig" erfolgt die Wiedereingliederung offizieller Marktdaten nach 3 Wochen Abwesenheit?

Die shut down-Phase in den USA mit weltweiter Auswirkung ist vorerst vorbei. Das USDA hat zwar die Computer wieder freigeschaltet, aber es werden nur die alten Informationen angeboten. Möglicherweise wird es eine Woche dauern, bis wieder frisches Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wird.

In der Zwischenzeit schießen Vermutungen ins Kraut über den Umfang der US-Getreide- und Ölsaatenexporte. Erste Zieladresse ist dabei China, das 20 Schiffsladungen mit 1,2 Mio. t Mais in den USA gekauft hat, so wird es aus chinesischen Kreisen bestätigt. Die Frage heißt aber, wie groß waren die Mengen tatsächlich. Erfahrungswerte besagen, das China Getreidereserven in einer Höhe von mind. 35 % angestrebt werden. Zurzeit liegt man bei 31 %. In der letzten USDA-Schätzung sollen im Laufe des Jahres bis zu 8,5 Mio. importiert werden. Angesichts der großen Preisdifferenz von hohen chinesischen Getreidepreisen und den preiswerten Angeboten in den USA  wäre eine Aufstockung der China-Vorräte zurzeit ein attraktives Geschäft.

Die Folgen dieser Markteinschätzung ist an den leicht wieder anziehenden Maiskursen abzulesen, die trotz Erntedruck ihre Abwärtstendenz abgebrochen haben.

Die Weizenkurse an der CME bleiben weiterhin auf hohem Niveau knapp unterhalb der 7 $ per bu-Grenze (19 € je dt), haben aber unter dem Druck der Maispreise und der Höherschätzungen der Ernten in einigen Ländern wie Kanada und EU-28 vorübergehend nachgelassen. An der Pariser Börse haben die Weizennotierungen mehrfach auf der 200 € je t Linie gelegen, haben sich aber unter den Vorgaben aus Chicago dort nicht halten können. Sowohl aus fundamentaler wie aus charttechnischer Sicht sprechen eine Reihe von Gründen dafür, dass die 200 €/t-Marke eine Orientierungsfunktion für eine absehbare Zeit übernimmt.

Vorerst stehen jedoch ein oder zwei Wochen der Aufarbeitung zurückgehaltener Marktinformationen nach dem shut down bevor. Inwieweit weichen die jetzt offiziell herausgegeben Daten mit den Einschätzungen der Marktteilnehmer überein? Erhebliche Differenzen dürften zu einigen Preisturbulenzen Anlass geben.

In den nordwesteuropäischen Veredlungszentren wird Futtergetreide verstärkt nachgefragt. Die verzögerten Maisernten hierzulande wie auch in Übersee machen sich bemerkbar. In den nordwestdeutschen Schweinehochburgen werden Futterweizenpreise über 20 € je dt bezahlt. Im Gegensatz dazu lassen es die Brotmühlen langsam angehen. Die Verfügbarkeit von Brotweizen ist hierzulande regelmäßig gewährleistet.

Auf dem Weltmarkt ist die Situation grundsätzlich anders. Das zeigen die beachtlichen Preisspreizungen zwischen den Weizen- (18,80 €/dt) und Maiskursen (12,93 €/dt) an der Chicagoer Börse, jedoch mit ersten vorsichtigen Annäherungstendenzen.

Wie (un-)ruhig verläuft die Nach-shut-down-Phase?
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ZMP Live Expertenmeinung

In die bisherigen Kursbewegungen innerhalb enger Bandbreiten  während der shut-down-Phase könnte jetzt wieder mehr Bewegung kommen. Entscheidend wird sein, inwieweit die veröffentlichen "amtlichen" Zahlen in Übereinstimmung mit der allgemeinen Markteinschätzung stehen oder nicht. Selbst wenn neue Marktinformationen auf dem Tisch liegen, die fundamentalen und charttechnischen Auswertungen lassen in diesem Jahr erwarten, dass sich die Bandbreite der Kursbewegungen in überschaubaren Grenzen hält. Möglicherweise spielen die Finanzprobleme und die Wechselkursänderungen in nächster Zeit eine größere Rolle beim Ver- und Einkauf.

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