19.
01.14
Weizenpreise im freien Fall?

Getreide Cockpit, 19.01.2014

Bullish
  • Anhaltende Nachfrage aus den Importländern
Bearish
  • Ausreichende Lagerbestände in den Exportländern

Weizenkurse  haben noch keinen Boden gefunden

Der seit Jahresbeginn sinkende Weizenkurs an der Pariser Börse wird von den Preisvorgaben aus den USA diktiert. Trotz flotter europäischer Exportnachfrage fallen  die Notierungen an der Pariser Börse deutlich unter die 200 € je t Marke und die Aussichten auf eine Wiedererholung der Kurse sind kaum auszumachen.

Der Preisabschwung bekam zunehmend Fahrt durch die USDA-Schätzung Anfang Januar 2014. Das bisherige Ernteergebnis bei Weizen wurde auf die Rekordmarke von 712 Mio. t hoch geschätzt. Bisher schwächer  beurteilte Länder wie China, Ukraine und EU wurden von 0,5 bis 1,5 Mio. t höher eingestuft. Auf der Verbrauchsseite gab es wenig Bewegung, so dass die bisher als knapp durchschnittlich eingeordneten Endbestände sich erheblich günstiger für die Versorgungslage präsentieren. Der Weizenmarkt gilt seitdem als gut versorgt

Fallende Kurse veranlassten Käufer von Weizen, sich nicht mit Kontrakten zu frühzeitig  festzulegen und kauften nur für den vorderen Bedarf. Die eingetretenen   Preisrückgänge geben ihnen im Nachhinein Recht und die Spekualtion hält an. Zusätzlich  fehlte während der Feiertage auch die Unterstützung durch eine schwache Geschäftstätigkeit.

Wie ist die zukünftige Preisentwicklung einzuschätzen?

Für wieder steigende Weizenpreise kommen einerseits eine zunehmende Importnachfrage andererseits knapp verfügbare Vorratsbestände in Frage.

Die Lagerbestände in den bedeutenden  Exportgebieten sind nach der jüngsten Schätzung des USDA unterschiedlich einzustufen. Während in den USA das Lieferpotenzial im guten Durchschnittsbereich liegt, ist aus den Schwarzmeerländern Russland, Ukraine und Kasachstan mit deutlich geringeren Weizenausfuhren im 2. Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2013/14 zu rechnen. Die EU-28 ist gegenüber dem schwachen Vorjahr zwar besser aufgestellt, aber die bisherigen Exportaktivitäten haben an den Reserven gezehrt. Die Exportsituation in Australien und Argentinien wird etwas günstiger beurteilt als noch vor einigen Monaten. Eine beachtliche Bestandsaufstockung hat Kanada mit seiner Rekordernte gesetzt. Die kanadischen Überhangbestände werden sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln.

 Auf Weltebene sind die Vorratsbestände im guten Durchschnitt einzuordnen.

Auf der Importseite besteht noch beachtlicher Bedarf aus den Mittelmeerländern und dem Nahen Osten. Starke Kaufaktivitäten haben in jüngster Zeit Ägypten und Algerien gezeigt, vermutlich angeregt durch die gefallenen Kurse. Inwieweit politische Unruhen oder deren Vermeidung die Importaktivitäten beeinflussen, ist heute kaum zuverlässig zu beurteilen.  Der Chinesische Einfuhrbedarf wird unverändert geschätzt, ist aber mit gewissen Risiken aufgrund begrenzten Informationsstandes verbunden.  Brasilien muss aufgrund des teilweisen Ausfalls an argentinischen Weizenexporten verstärkt in den USA nachkaufen.

Per Saldo sind wenige gravierende Veränderungen im globalen Weizenhandel  zu erkennen, die geeignet wären, den Weizenpreisen wieder kräftigen Auftrieb zu verleihen.

Dagegen könnten demnächst die Aussichten auf die neue Ernte 2014 die Rolle der Kurssteuerung übernehmen. Auswinterungsschäden in den USA, Russland u.a. Ländern sind nicht auszuschließen. Preisbeeinflussende Aussagen dazu sind aber zurzeit noch zu früh.

Weizenpreise im freien Fall?
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 Aus heutiger Sicht kann ein grundlegender Wiederanstieg der Weizenkurse in kurzfristiger Sicht nicht begründet werden.  Es wäre schon etwas gewonnen, wenn die Notierungen einen festen Boden unter die Füße bekommen.

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