21.
02.14
US-Outlook Forum: fallende Preise für 2014/15 prognostiziert

Getreide Cockpit, 21.02.2014

Bullish
  • knappe Vorratsbestände
  • Auswinterungsschäden
  • geringere US-Anbauflächen
  • unsichere Ertragsentwicklung
  • hohes Importniveau Chinas
Bearish
  • Hohe Ernteerwartungen bei Durchschnittserträgen
  • nachlassende Verbrauchssteigerung im Futter- und Industriesektor

USDA Agricultural Outlook Forum 2014 vom 20. Febr. 2014

Das jährlich stattfindende Forum des US-Landwirtschaftsministeriums in der vorletzten Febr-Woche beginnt regelmäßig mit einer Vorschau auf die kurz- und langfristigen Entwicklungen auf zentralen Agrarmärkten. 

Der Sprecher J. Glauber stellte für den kurzfristigen Bereich des Getreidemarktes fest, dass die weltweite Versorgungslage im Falle des Weizens eng ausfalle. Im Jahr 2013/14 reiche der Endbestand gerade mal für 96 Tage, zwar 3 Tage mehr als im letzten Jahr, aber deutlich unter dem Durchschnitt der voraufgegangenen  5 Jahre von 2008/09 bis 2012/13  mit  rd. 104 Tage. Noch Anfang des Jahrtausends von 2000 bis 2003  reichten die damaligen Endbestände für satte 120 Tage.

Die Versorgungslage auf dem Maissektor ist im Prinzip ähnlich einzuordnen, fällt in der Tendenz jedoch etwas günstiger aus.

Für die kommende Ernte 2014 schätzt J. Glauber eine um 3,5 % abnehmende US-Maisanbaufläche zugunsten eines steigenden Sojaanbaus. Die Begründung stammt aus dem aktuellen Soja-Mais-Preisverhältnis, das nach alter Marktregel eine klare Wettbewerbsüberlegenheit für die Sojabohne signalisiert. Zusätzlich sprechen Fruchtfolge-Effekte für den Anbau der Leguminose.

Die US-Weizenfläche wird um 1,2 % abgestuft, wobei die Frage noch offen bleibt, mit welchen Auswinterungsschäden tatsächlich zu rechnen ist. Dabei ist das nördliche Anbaugebiet in den USA durch eine ausreichende Schneedecke vor den anhaltend niedrigen Temperaturen zwischen -15 bis -20 Grad ausreichend geschützt, aber in den südlichen Regionen ist die schützende Schicht extrem dünn bzw.  fehlt teilweise ganz.

Für das Jahr 2014/15 prognostiziert J. Glauber einen Erzeugerpreis für US-Weizen in der Größenordnung um 5,3 US-$ je bu  bzw.  14,45 € je dt und damit deutlich niedriger als im laufenden Jahr mit 6,8 $/bu bzw. 18,51 € je dt.

Im Falle des Maises soll der Preisrückgang rd. 2 € je dt betragen. Für Sojabohnen rechnet man mit einem Kursrückgang um 25 %.

Die Preisprognosen des USDA für Weizen und Mais stehen im Widerspruch zu den Terminkursen im Herbst 2014 an der Chicagoer Börse. Sowohl bei Weizen wie auch beim Mais sind leicht steigende Tendenzen zu sehen.

Bei den Sojabohnen signalisieren die Terminnotierungen im Herbst 2014 deutlich abfallende Kurse, die allerdings zurzeit nicht das niedrige US-Prognose-Niveau erreichen.

Die Erfahrungen mit früheren Outlook-Foren zeigen, dass das USDA häufig mit den Preisprognosen am unteren Ende der Skala operiert.

US-Outlook Forum: fallende Preise für 2014/15 prognostiziert
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Einschätzungen des US Agricultural Outlook Forums sind aus Trend-Hochrechnungen hervorgegangen. Dabei sind vorrangig durchschnittliche Annahmen  der Produktions- und Marktentwicklungen zugrunde gelegt worden. Die Ergebnisse der Kalkulationen sind als grobe Orientierung zu interpretieren.

Der teilweise Widerspruch der Prognosedaten im Getreidesektor zu den hinteren Terminkursen an den Börsen deutet darauf hin, dass noch erhebliche Risikoprämien zu brücksichtigen  sind.

Für den Sojabereich ist eine tendenzielle Übereinstimmung gegeben. Das ist auch aus der Sicht der sich abzeichnenden günstigen Versorgungslage 2014/15 im Ölsaatensektor nicht weiter verwunderlich.

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