21.
12.13
Europäische Getreidepreise auf dem Höhepunkt - wie gehts im Frühjahr weiter?

Getreide Cockpit, 21.12.2013

Bullish
  • Anhaltender Einfuhrbedarf aus Nordafrika und China
  • Einige Exportländer wie Argentinien und Australien mit kleinem Angebot
  • Russlands Ausfuhren stagnieren
  • Für 2014: steigende Viehbestände
Bearish
  • Welt: Durchschnittliche Versorgungslage 2013/14
  • Welt: Futtergetreide überdurchschnittlich gut
  • Welt: Beachtlicher Bestandsaufbau
  • Unsicherheit: Maisnachfrage aus dem Bioethanolsektor
  • Unkalkulierbarer Chinahandel

Stand und Entwicklung der Getreidepreise - aus der Perspektive zum Jahreswechsel

In den nächsten 2 Wochen werden infolge von Feiertagen die Geschäftsaktivitäten in 1. Linie im Kassageschäft, weniger ausgeprägt an der Börse zur Ruhe kommen. Das eröffnet einen Augenblick, die aktuelle Marktlage auf dem Getreidesektor einzuordnen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kurse im Durchschnitt von über 230 € je t auf mittlerweile auf 200 bis 130 €  je t gefallen. Dabei haben sich die Notierungen je nach Standort und Getreideart ganz unterschiedlich entwickelt.

Den größten Rückgang haben infolge der überdurchschnittlich guten Ernte  - nicht zuletzt in den USA – die Kurse für Mais erlebt, die an der Chicagoer Börse von 220 auf 120 € je t gefallen sind. Die bisherige Talfahrt scheint seit einem Monat ein Ende und eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau gefunden zu haben. Die Kurse wackeln dennoch unter dem Eindruck der Unsicherheit mit der US-Bioethanolbranche und den US-Schiffsladungen nach China. Es geht um rd. 600.000 t Mais, die von China wegen nicht zugelassener GMO-Maisanteile zurückgewiesen wurden. Möglich ist, dass Südkorea die mittlerweile billiger gewordene Ware übernimmt.

Im Weizensektor hat ebenfalls ein starker Preisrutsch stattgefunden, der in den USA immer noch nicht voll überwunden ist. Ein verstärkter Kursrückgang ist seit Mitte Okt.-13 zu beobachten gewesen, der  nochmals durch die hohe Weizenernteschätzung in Kanada verschärft wurde. Innerhalb eines Monat ist der US-Weizenpreis von 190 auf 170 € je t gefallen. US-Weizenexportangebote wurden in der Vergangenheit in den traditionellen Einfuhrländer wegen zu geringer Preiswürdigkeit nur wenig in Anspruch genommen.

Obwohl in Europa die vorjährigen Weizenkurse aufgrund der guten Ernteergebnisse nicht gehalten werden konnten, zeichnete sich in der Nacherntezeit eine stabile Aufwärtsentwicklung ab, die bis in die jüngste Zeit angehalten hat. Die in Europa gegenläufige Kursentwicklung zum US-Markt ist eine Folge verstärkter Ausfuhren, die in Richtung nordafrikanische Importländer gehen. EU-Weizen ist nicht nur gegenüber dem US-Weizen, sondern teilweise auch gegenüber Weizenlieferungen aus dem Schwarzmeergebiet wettbewerbsfähig. Selbst ein stärker gewordener Eurokurs hat das Ausfuhrgeschäft wenig beeinträchtigen können.

Die Preisdifferenzen sind jedoch so weit gespannt, das die Kosten für internationale Transporte gut abgedeckt werden können. SRW-Weizen kostet fob US-Golf weniger als 200 € je t, während europäischer Weizen ab Rouen bei knapp 210 € je t liegt. Damit könnte die Transportkostendifferenz zu den Einfuhrländer gedeckt werden.

Die europäischen Maispreise orientieren nach ihrem relativen Futterwert am europäischen Weizenpreis. Die EU muss rd. 9 Mio. t Mais importieren, während Weizen in Höhe von knapp 20 Mio. t  ausgeführt wird. Der höherwertige Qualitätsweizen ist weltweit gefragt, Mais ist überdurchschnittlich geerntet worden. Bei einem Kurs von rd. 155 € je t fob US-Golf lässt sich der preiswerte US-Mais mit einer Überseefracht von rd.  25 € je t günstig an die nordeuropäischen Häfen verbringen.

Die konkurrierenden US-Preise sorgen dafür, dass dem europäischen Preisniveau Grenzen gesetzt werden. Es ist also davon auszugehen, dass weitere Preissteigerungen im Frühjahr 2014 kaum überzeugend begründet werden können.  

Europäische Getreidepreise auf dem Höhepunkt - wie gehts im Frühjahr weiter?
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ZMP Live Expertenmeinung

Entgegen der weltweiten Abwärtsbewegung der Getreidepreise sind die Kurse in Europa gestiegen. Hauptantriebskraft ist eine wettbewerbsfähige  Exportsituation.

Die Preisdifferenzen sind mittlerweile so weit entwickelt, dass sich internationale Ex-und Importe je nach Über- bzw. Zuschußsituation rechnen. Das führt infolge des Wettbewerbs zu gegenseitig sich angleichenden Preisen. Für Europa läßt sich daraus ableiten, dass weitere Preissteigerungen im Frühjahr 2014 wie in den zurückliegenden Monaten kaum begründen lassen. Die hinteren Terminkurse an den Börsen deuten ebenfalls in diese Richtung.

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