23.
05.14
Fallende Weizenkurse - für wie lange?

Getreide Cockpit, 23.05.2014

Bullish
  • Zukünftige Unsicherheiten über den Ernteausgang
  • Wetteranomalie El Nino mit regional unterschiedlichen Wirkungen
  • Politische, finanzielle und wiiterungsbedingte Risiken im Schwarzmeergebiet
Bearish
  • Entspannung bei der Versorgung in den vorderen Terminen
  • Regenfälle in den USA
  • Günstige Prognosen für die EU; mit Fragezeichen für das Schwarzmeergebiet

 Terminkurse für Weizen in Chicago und Paris

 Umgerechnet   in € je t

Jul 14

Sep- 14

Nov 14

Jan 15

März 15

Weizen, Paris

-

-

198,00

198,25

198,50

Weizen, Chicago

176,85

179,73

 Dez.-14: 184,63

189,19

 Weizenpreise weiter auf Talfahrt – aber wahrscheinlich nicht von Dauer

Die Weizenkurse an den führenden Börsen zeigen bis einschl. Juli 2014 eine deutliche fallende Tendenz. Antriebsmotor sind die sich häufenden Niederschläge in den bisher zu trockenen US-Weizenanbaugebieten und günstiges Wachstumswetter für die US-Sommerweizensaat. Die Aussichten auf eine bessere als bisher befürchtet schlechte Ernte treiben die Kurse nach unten.

Prognosen leicht steigender Ernteschätzungen aus der EU und mit Vorbehalten aus dem Schwarzmeergebiet tragen zu der Einschätzung einer zukünftig ausgeglichenen Versorgungslage bei. Selbst aus dem asiatischen Raum Indien und China ist die Positivstimmung trotz El Nino Warnung ungebrochen.

Allerdings fällt bei genauerem Hinsehen auf, dass die Kursrückgänge spätestens beim Aug-14-Termin aufhören und entweder in eine stabile Seitwärts-Bewegung wie in Paris oder sogar steigende Tendenzen wie in Chicago aufweisen.

Diese Perspektive lässt die berechtigte Vermutung zu, dass die aktuellen Notierungsrückgänge nicht von Dauer sein werden, sondern auf der Suche nach einer angemessenen Plattform für die zukünftige Versorgungslage sind.

Nach wie vor liefern die bisherigen Schätzungen der zukünftigen Getreidebilanz gut durchschnittliche Ergebnisse, auch wenn die diesjährige Ernte 2014/15 hinter dem starken Vorjahr zurückbleiben soll.

Die jüngsten Hinweise auf sich abzeichnende unterdurchschnittliche Ernten in der Ukraine und Russland sind noch nicht so weit abgesichert, um eine ausreichende Gegenkraft für die Preisentwicklung zu bieten. Auch die möglichen El Nino Schäden in Australien und weiteren SO-asiatischen Ländern sind noch zu unsicher und zu weit entfernt, um Vorauswirkungen zu entfalten. Beide Faktoren reichen jedoch aus, die Risikoprämie der späten Terminkurse nach oben zu treiben.

In Europa zeichnet sich eine frühe und gute Ernte ab. Die Nachfrager halten sich daher vorerst bedeckt in der sicheren Position, dass der Anschlussbedarf gedeckt ist. Das Pokern wird noch eine gewisse Zeit anhalten, bevor das Gerangel um die besseren Startlöcher losgeht.

Von besonderer Bedeutung wird im kommenden Wirtschaftsjahr der EU-Weizenexport werden, weil die USA ziemliche Ausfälle zu verzeichnen haben und das Schwarzmeergebiet nicht die ganz große Angebotsmacht darstellen wird. Dafür wird die EU umso stärker in den Welthandel vordringen und im Falle des Weizens die Spitzenposition einnehmen. Das dürfte im Verlauf des Herbstes bei steigender Exportnachfrage zu Kursbefestigungen hierzulande und vielleicht mehr beitragen.

Fallende Weizenkurse - für wie lange?
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Die starken Befürchtungen um eine katastrophale Winterweizenernte in den USA entspannen sich. Auch die rechtzeitige US-Maisaussaat vermindert die Risikoeinschätzung. Gute Aussichten auf eine frühe und überdurchschnittliche Ernte in der EU tragen zur Preissenkung bei. Dabei sind die vorderen Termine besonders betroffen.

Die späteren Terminkurse im Getreidewirtschaftsjahr 2014/15 deuten auf eine zumindest feste bis leicht steigende Tendenz hin. Damit kommen Risikoprämien bezüglich einer allgemeinen Unsicherheit über zukünftige Ernteausgänge, die Befürchtungen um El Nino-Wirkungen und die mehrfachen Instabilitäten im Schwarzmeergebiet zum Ausdruck.

Die EU wächst zunehmend in die Rolle des globalen Exportführers auf dem Weizenmarkt hinein. Große Erwartungen an steigende EU-Ausfuhren lassen eine hohe Ernte 2014 im Licht der Versorgungslage sehr schnell anders aussehen. Möglicherweise wird sich diese Perspektive für die Preisbildung erst im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres  stärker herauskristallisieren.

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