23.
08.13
Vorerst stabile Getreidepreise

Getreide Cockpit, 23.08.2013

Bullish
  • weltweit unterdurchschnittliche Versorgungslage
  • unsicherer Ausgang der Ernten auf der Südhalbkugel
  • niedrige Anfangsbestände
Bearish
  • Hohe Ernteerwartungen beim US-Mais
  • schwache Importnachfrage aus Nordafrika
  • leichter Bestandsaufbau

Getreidepreise auf ermäßigtem Niveau vorerst stabil

Die Weltgetreideernte 2013/14 wird überdurchschnittlich hoch ausfallen. Die schwierigsten Ertragsphasen auf der nördlichen Halbkugel sind weitgehend überstanden. Es geht jetzt noch um die Kornfüllungsphase beim Mais. Zünglein an der Waage ist die US-Maisernte, die zwar nicht mehr so hoch wie in früheren Wochen und Monaten eingeschätzt wird, aber angesichts der großen Anbaufläche immer noch das Potenzial hat, eine überdurchschnittlich große Ernte zu werden. Erst die tatsächlichen Druschergebnisse werden für die notwendige Fundamentierung der zukünftigen Preisentwicklung sorgen.

Die übrigen Anbaugebiete auf der nördlichen Hemisphäre sind in der Endphase der Ernte bzw. teilweise schon abgeschlossen. Die ganz großen Überraschungen sind ausgeblieben. Neben einigen Einschränkungen  in Teilen Russlands, Brasiliens  und Chinas mit noch nicht vollends geklärtem  Ausgang wurden in der EU-28, Kasachstan, Ukraine und in Kanada überdurchschnittliche Ernteergebnisse erzielt.

Die kommenden Ernten auf der Südhalbkugel in Argentinien und Australien werden wegen Trockenheit nicht für eine Rekordernte prädestiniert sein. Die Ergebnisse werden erst zum Jahreswechsel  2013/14 hinreichend verlässlich eingestuft werden können.  Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Produktionsumfanges haben diese Anbaugebiete eine ergänzende Funktion. Aufgrund ihrer starken Exportorientierung können sie aber maßgeblichen Einfluss auf die Preise im weiteren Jahresverlauf nehmen.

Trotz des hohen Erntezuwachses wird die weltweite Versorgungslage gemessen am stock-to-use-ratio von rd. 18,5 % nur als unterdurchschnittlich zu beurteilen sein.

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Börsenkursen wider. Die durch die ursprünglich hohen Rekordernteerwartungen bisher gefallenen Notierungen haben sich zunächst gefangen. An der Pariser Börse sind Preiserholungen zu beobachten. Für eine absehbare Zeit wird es wetterbedingte Preisschwankungen geben, ein regelrechter Preiseinbruch ist nicht zu erkennen. Aus heutiger Sicht ist eine Preisstabilisierung auf aktuellem Niveau eher zu begründen.

Die EU-Ernte wird mit rd. 300 Mio. t gemessen am 5-Jahresdurchschnitt von rd. 290 Mio. überdurchschnittlich gut ausfallen.  Allerdings wird ein erheblicher Betrag davon zur Wiederauffüllung der stark strapazierten Vorräte verwendet werden müssen. Trotz des hohen Eurokurses war der Export in den Anfangswochen recht flott. Die Versorgungslage errechnet sich mit 12,5 %-igen  Endbestand am Verbrauch auf einem Durchschnittswert gemessen an der jüngeren Vergangenheit.

Die verspätete deutsche Getreideernte wird voraussichtlich in den nächsten Wochen abgeschlossen werden können. Die Erträge sind je nach Standort zwar unterschiedlich im Durchschnitt jedoch günstig ausgefallen. Die Gesamternte wird mit rd. 48 Mio. t trotz einer unterdurchschnittlichen  Maisertrages deutlich über dem Mittel der letzten Jahre liegen.  

Die zu Beginn der Ernte stark gefallenen Getreidepreise haben sich auf einem deutlich höheren Niveau stabilisiert. In den Getreidezuschussgebieten ist eine feste bis anziehende Tendenz auszumachen.

Vorerst stabile Getreidepreise
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ZMP Live Expertenmeinung

Für das Jahr 2013/14 kann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer großen Ernte gerechnet werden. Dennoch ist die weltweite Versorgungslage gemessen an den Kennzahlen eher unterdurchschnittlich zu beurteilen. Diese Einschätzung spricht für ein Preisniveau, das sich an mehrjährigen Durchschnittswerten der jüngeren Vergangenheit orientiert.

Für die nächsten Wochen sind sind noch witterungsbedingte Preisschwankungen infolge der US-Maisernte zu erwarten.

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