24.
01.14
Haben die Weizenpreise Boden gefunden ?

Getreide Cockpit, 24.01.2014

Bullish
  • Befürchtungen um Auswinterungsschäden
  • Häufung mehrfacher kleiner Importausschreibungen
  • fallender Dollarkurs
  • begrenzte Lieferfähigkeit Kanadas und Russlands (2. Halbjahr)
Bearish
  • grundlegend ausreichende Versorgungslage auf Weltebene
  • Exportländer verfügen über gute "mobile" Endbestände

Leichte Kurserholung beim Weizen in Chicago und Paris

Die Weizenkurse an der CME haben nach monatelangem Sinkflug  sich in letzten beiden Tagen erstaunlich stabil gezeigt und einen leichten Satz nach oben gemacht. In der üblicherweise ruhigen Zeitspanne im 1. Monat des Jahres mit wenigen grundlegenden Berichten und Ereignissen gehörten eine Reihe von kleinen Anstößen dazu, die Kurse in Bewegung zu bringen.

Die Auswinterungsschäden werden unterschiedlich beurteilt. In den USA befürchtet man, dass 15% der Red-Soft-Weizenflächen wegen nicht ausreichender Schneedecke gelitten haben könnten.  Der zweiten US-Kältewelle im Jan 14 soll ausreichend Schneefall vorausgegangen sein.

Auswinterungsschäden gehören in Russland und der Ukraine zum Alltag. In diesem Jahr wird jedoch das Problem gering geschätzt. Man geht überwiegend von einer ausreichend schützenden Schneedecke  bei Temperaturen unter – 20 Grad Celsius aus. Eine abschließende Einschätzung wird man jedoch erst mit Vegetationsbeginn vornehmen können.

In Europa hat der bisher ungewöhnliche warme Winter die Saatenstände zwar in einen guten Wachstumszustand versetzt, die Befürchtung ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass mögliche Frosttemperaturen im restlichen Verlauf des Winters noch zu Schädigungen führen können.

Der in den letzten Tagen schwache Dollarkurs verschafft den US-Exporten einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil.

Viele kleine Importländer aus dem nordafrikanischen Raum und dem Nahen und Fernen Osten haben in jüngster Zeit mehrere Tender ausgeschrieben, die in der Summe durchaus eine beachtliche Größe erreichen.

Last not least haben die logistische Schwierigkeiten in Kanada dazu beigetragen, dass die überdurchschnittliche Ernte nur zögerlich auf den Absatzweg gebracht wird.

Alles in allem besteht eine Marktkonstellation, die weitere Preisrückgänge nicht mehr zwingend rechtfertigt. Inwieweit das Kurspendel weiter ausschlägt, hängt wesentlich davon ab, welche zusätzlichen Informationen zu einer Neueinschätzung der Versorgungslage führen.

Haben die Weizenpreise Boden gefunden ?
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ZMP Live Expertenmeinung

Nach monatelager Talfahrt der Weizenpreise in den USA und einer Beschleunigung ab dem Jahreswechsel auch an anderen Börsensstandorten scheint sich eine Stabilisierung der Kursentwicklung anzubahnen. Allerdings müssen sich die Notierungen auf dem aktuellen Niveau erst noch bestätigen. Aus heutiger Sicht  sind noch keine verläßlichen Informationen vorhanden, die die Befürchtungen um nennenswerte Auswinterungsschäden rechtfertigen, wenngleich das Risiko nicht von der Hand zu weisen ist und eine Risikoprämie rechtfertigt.

Für die weitere Kursentwicklung bis Ende des Getreidewirtschaftsjahres  sind kaum noch grundlegende Änderungen  auf der Angebotsseite zu erwarten, denn die wesentlichen Ernten auf der Nod- und Südhalbkugel sind gelaufen bzw. bewegen sich in einerm  überschaubaren Rahmen. Überraschungen könnten noch auf der Nachfragesseite entstehen mit besonderen Blick auf das chinesische Importverhalten.

Neue Anstöße werden in steigenden  Maße von den Erwartungen der neuen Ernte ausgehen. Mehrfachen Schätzungen zufolge wird eine etwas kleinere Welternte 2014/15 erwartet.  Allerdings beruhen die  Prognosen weitgehend auf Durchschnittsannahmen, die von der Realität erst noch bestätigt werden müssen.

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