24.
10.13
Weizenpreise im nachlassenden Aufwind

Getreide Cockpit, 24.10.2013

Bullish
  • Weltweit knapp versorgter Weizenmarkt
  • tendenzielle Ausfälle bei den Achlussernten in Argentinien und Australien
  • ungewohnt hohe Preise im Schwarzmeergebiet
  • Verspätete US-Maisernte - Frostgefahr
  • aktuell hohe US-Bioethanolerzeugung mit Nachfragesog auf Mais
  • schwacher Dollarkurs
Bearish
  • durchschnittliche Getreideversorgung weltweit
  • immer noch hohe US-Maisernte erwartet
  • nachgebende Rohölkurse
  • starker Eurokurs

Kursziel bei Weizen - spätestens bei 21,50 €/dt soll Schluss sein!?

Die Weizenkurse der letzten Woche haben nach einer Phase des Einlaufens in eine Sättigungskurve nochmal kräftigen Aufwind erhalten. Auslöser im weltweit knapp versorgten Weizenmarkt war die Mitteilung der argentinischen Regierung, dass die Weizenernte unerwartet schwach ausfallen würde. Experten vermuteten dahinter die politische Vorbereitung von Exportbeschränkungen. Am vergangenen Montag wurde die Meldung wegen „Fehlerhaftigkeit“ wieder zurückgezogen. Die Börsenkurse fielen jedoch nicht auf das Ursprungsniveau zurück, sondern zogen nach kurzer Bedenkzeit wieder an – in Paris stärker als in Chicago. Offensichtlich traut man dem politischen Informationsspiel der argentinischen Regierung nicht recht über den Weg, denn die ursprünglich beabsichtigte preissenkende Wirkung hat sich ins Gegenteil verkehrt und jetzt wird „zurückgerudert“.

Allerdings wird eine monokausale Erklärung der Entwicklung nicht gerecht. Gleichzeitig werden aus Australien widerstreitende Ernteberichte diskutiert. Im ausfuhrorientierten Westaustralien bleibt die Trockenheit ein Thema, während in den südöstlichen Anbaugebieten gelegentliche Niederschläge gut durchschnittliche Erträge versprechen. Die australische Zentralbank hat jedoch die Ernte um einige Mio. t auf 23,6 Mio. t gekürzt. „Niedrigere Erträge, aber höhere Proteingehalte“ ist die Formel, die in Handelskreisen kursiert.  

Die steigenden Getreidepreise im Schwarzmeergebiet, allen voran Russland, dürften ebenfalls einen kräftigen Fön auf die internationalen Weizenkurse geblasen haben. Jedenfalls kann von der üblichen preiswerten Ware aus diesem Gebiet nicht mehr die Rede sein. Die US-Exporteure und Kapitalanleger wittern bereits Morgenluft, dass sich die Nachfrage in zunehmendem Maße in die USA verlagern könnte.

Die stabilen bis leicht anziehenden Maiskurse darf man ebenfalls nicht aus den Augen verlieren, denn schließlich sind sie es, die eine beachtliche Bremswirkung auf die bisherige  Weizenkursentwicklung ausgeübt haben. Der jüngste US-Bericht zur Beurteilung der Maisbestände fiel mit um 5 % besseren Einschätzungen zwar positiv aus, aber die Meldung, dass erst 39 % des Maises (-14 % hinter dem 5-Jahresdurchschnitt)) geerntet worden ist, wirft nicht unbeträchtliche Bedenken hinsichtlich der zum Monatsende erwarteten Frosteinbrüche auf. Insbesondere die nördlichen Staaten werden stark betroffen sein. Das Ende trägt die Last des endgültigen Ernteausganges.

Weizenpreise im nachlassenden Aufwind

Getreide-Aktualisieren,

Update vom 24.10.1013: Weizenpreise gehen durch die Decke

Schneller als erwartet ging der Weizenrallye die Puste aus. In der letzten Sitzung vor dem Wochenende hat die CME alles neu gerichtet.

Am letzten Börsentag vor dem Wochenende scheinen jedoch mehrere Ventile umgestellt worden zu sein. Die Kurse in Chicago fielen zum Schluss von über 7,05 $/Bu (18,91 €/dt) auf 6,9 $/bu (18,50 €/dt). Die Pariser Börse hatte bereits geschlossen. Zu Wochenbeginn ist wohl ein kräftiger Nachholbedarf zu erwarten; es sei denn, es gibt Neuigkeiten.

Was steckt hinter diesem Kursrückgang? Zunehmend verdichtet sich die Überzeugung, dass die US-Maisernte überdurchschnittlich ausfallen könnte. Entsprechend gaben die Maiskurse nach und zogen die Weizenpreise an der stramm gespannten Leine (Preisdifferenz Weizen (18,50 €/dt) zu Mais (12,80 €/dt) von fast 6 € je dt) hinter sich her. Gewinnmitnahmen, Abbau von Risikoposten übers Wochenende sowie eine günstige Positionierung zu den Montagsberichten zum US-Erntefortschritt sind weitere technische Einflüsse für die Kurskorrektur beim Weizen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Welche Informationen auch immer für eine evtl globale Kürzung des Weizenangebots sprechen, sie werden fast automatisch zu steigenden Kursen beitragen. Der Drang der  sich weit abgesetzten Weizenpreise nach oben wird zurzeit immer noch die niedrigen Maiskurse  in Schach gehalten. Der Ausgang der US-Maisernte wird einen maßgeblichen Einfluss auf das Getreidekursniveau ausüben. Aus der Ferne winkt bereits ein absehbar geringerer Maisanbau in Brasilien, weil die Sojapreise eine hohe Attraktivität auf die konkurrierenden Anbaufläche ausüben.

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