25.
04.14
Getreidepreise im politischen Spannungsfeld des Ukrainekonfliktes

Getreide Cockpit, 25.04.2014

Bullish
  • Ukraine-Konflikt erhöht das Risiko des zukünftigen Versorgungspotenzials
  • reduzierte Ertragsaussichten in Ukraine und Südrussland
  • US-Weizenbestände mit schlechten Beurteilungsnoten
  • Kanada reduziert Getreideanbauflächen
  • Europas Getreideernte noch mit Risiken behaftet
Bearish
  • Fundamentale Versorgungslage immer noch durchschnittlich
  • Voraussetzungen für gut durchschnittliche Getreideernte 2014 sind vorhanden

Weizenpreise an den Börsen auf Zickzackorientierung zwischen Politik und Wetter

Die wechselnden politischen Spannungen um den Ukraine-Konflikt überschatten alle anderen Einflussfaktoren auf den Weizenpreis. Die jüngste Eskalation in der Ostukraine und die verstärkten „Manöver“ auf der russischen Seite bieten ein sich jederzeit explodierendes Gefährdungspotenzial mit unabsehbaren Ende.

Obwohl an den ukrainischen Ausfuhrhäfen die Verladearbeiten routinemäßig weitergehen, scheuen zukünftige Getreideimporteure das Risiko von Kontraktabschlüssen mit ukrainischen Exportunternehmen und bedienen sich anderweitig. Das führt zu kurzfristigen Risikoaufschlägen auf die Preise. In Paris pendelt das Niveau um die 210 € je t Marke, in Chicago sind es umgerechnet 180 € je t. Die Differenz entspricht fast genau den Transportkostenunterschieden zu den nordafrikanischen Einfuhrgebieten bzw. Ländern des Nahen Ostens.

In den USA treten die regional unterschiedlichen Auswinterungs- und Trockenschäden beim Winterweizen zunehmend in Erscheinung. Insgesamt werden die Bestände noch etwas schlechter als im schwachen Vorjahr eingestuft. Besonders ungünstig schneiden die Beurteilungen in Texas, Oklahoma und dem Hauptanbaugebiet Kansas ab. Zwar sollen in den kommenden restlichen Tagen des Monats April einige kräftige Schauer durch den Mittleren Westen ziehen, aber in der folgenden ersten Maiwoche sieht es wieder nach Trockenheit aus.

Kanadas bisher eingeschneite Rekordweizenernte kommt zunehmend auf den Markt, ohne allerdings einen großen Preisdruck zu entwickeln. Die überraschenden Ergebnisse der kanadischen Anbauplanungen mit weniger Weizen und Raps, dafür um so mehr Soja und Erbsen für die Ernte 2014 hat die Kurse an der Winnipeger Börse wieder deutlich ansteigen lassen.  

Die Niederschlagsmengen in der Ukraine blieben bisher im knappen Durchschnitt. In den kommenden Wochen ist mit vereinzelten Regenfronten zu rechnen, sonst bleibt es überwiegend trocken. Die Ertragserwartungen fallen auch deswegen verhalten aus, weil man wegen finanzieller Engpässe mit reduziertem Einsatz ertragssteigernder Betriebsmittel rechnet.

In Südrussland – dem wichtigsten russischen Weizenanbaugebiet - sind die Regenmengen im Durchschnitt bei geringen regionalen Unterschieden hinter den langjährigen Durchschnittswerten zurückgeblieben. In den übrigen nordöstlichen Gebieten bewegen sich die Feuchtigkeitsverhältnisse infolge ausreichender Schneemengen um den Mittelwert. In den nächsten 14 Tagen sieht der Wetterbericht einzelne Schauer voraus, die aber regional unterschiedlich intensiv ausfallen. Verlässliche Informationen zum Saatenstand sind aus diesen Gebieten nicht zu bekommen.

In fast ganz Europa ist die Vegetation um 3 Wochen voraus. Die Niederschlagsmengen waren bisher eher knapp bemessen. Im Nordosten Frankreichs und in den mittel-und osteuropäischen Ländern fehlen ausreichende Wassermengen. In den nächsten 14 Tagen sehen die Wettervoraussagen wieder einige Regenfronten voraus, die auch dem Süden Deutschlands und dem Südosten der EU zugute kommen. Aus pflanzenbaulicher Sicht besteht noch ein hohes Infektionspotenzial infolge des warmen Winters bevor, insbesondere wenn schwülwarme Witterungsverhältnisse auftreten sollten.   

Getreidepreise im politischen Spannungsfeld des Ukrainekonfliktes
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuellen Getreidekurse werden zurzeit mehr von politischen Risiken um den Ukrainekonflikt bestimmt als von der fundamentalen Versorgungslage bzw zukünftigen Ernteaussichten. Risikoprämien erhöhen das durchschnittliche Preisniveau. Gleichzeitig sind die Märkte zurückhaltend bei der Bestimmung des zukünftigen Preislevels. Feste Kurse auf hohem Seitwärtsniveau bestimmen die späteren Termine.  

Nebn den politschen Quereinflüssen kommt es in den nächsten Wochen und Monaten entscheidend auf das Wetter in der Zeitspanne der Ertragsbildung bei den Wintergetreidearten an. Die Sommerungen werden geprägt  von den Aussaatbedingungen bei Mais in den USA.

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