26.
09.13
Steigende Weizenkurse - wie weit reicht die Kraft gegenüber Mais

Getreide Cockpit, 26.09.2013

Bullish
  • siehe im Text stehende Aufzählung
Bearish
  • Rekordernte bei Mais wird Weizenpreise in Schach halten
  • Futterweizen wird auf Dauer nicht mithalten können

Internationale Weizenkurse im Aufwind - angespannte Preisspreizung Weizen zu Mais

Auch wenn hierzulande die übliche Nacherntepause im Kassageschäft eingesetzt hat, gibt es an den führenden Getreidebörsen einen beachtlichen Aufschwung der Weizenkurse zu beobachten. Daran scheint auch die einsetzende US-Maisernte mit dem üblichen Erntedruck  nicht viel ausrichten zu können. Beachtlich wird die überdurchschnittlich hohe Preisspreizung zwischen Weizen und Mais. Im Futterqualitätssegment bestehen ja durchaus Austauschmöglichkeiten, die über kurz oder lang auf Ausgleich drängen.

Für den Kursauftrieb beim Weizen kommen mehrere Faktoren zum Zuge:

  • Die globale Weizenversorgung des Wirtschaftsjahres 2013/14 ist trotz  einer Rekordernte nur unterdurchschnittlich. Die Versorgungskennziffer „stock to use ratio“ liegt unter 25 %.
  • Die US-Ernte 2013 ist mit weniger als 60 Mio. t im 2. Jahr in Folge unterdurchschnittlich ausgefallen. Der US-Weizenexport läuft dennoch auf hohem Niveau.
  • Ertragseinbußen aufgrund von Frost und Trockenheit werden aus Argentinien gemeldet. Die Exportaussichten dieses Landes werden deutlich herabgestuft.
  • Die australische Weizenernte hat unter geringen Niederschlagsmengen gelitten. Die Ernteerwartungen sind zurückgeschraubt. Der Erntetermin liegt im Nov./Dez.2013.
  • Für China werden mehr als doppelt so hohe  Einfuhren gegenüber dem Vorjahren erwartet. Weizenpreise in China liegen umgerechnet bei über 42 $ je dt.

Zusammengefasst entwickelt sich die Versorgungslage bei Weizen in Richtung tendenziell zunehmender  Knappheit. Die zur Anschlussversorgung üblichen Ernten auf der Südhalbkugel liefern keinen Anlass einer Besserung im 2. Teil des Getreidewirtschaftsjahres.

Die Höhenflüge des  Weizenpreises werden aber durch die gut durchschnittliche Versorgungslage auf dem Weltmarkt für Futtergetreide abgefangen. Die US-Maisernte wird trotz aller Vorbehalte immer noch auf Rekordniveau geschätzt. Die Ukraine hat die Maisernte nochmals höher gesetzt und erwartet eine Gesamternte von 60 Mio. t,  deutlich über dem bisherigen Spitzenergebnis von 55 Mio. t.

Die Preisrelation zwischen Weizen und Mais steht in einem extremen Spannungsverhältnis mit der Folge, dass Änderungen auf beiden Seiten unmittelbar spürbar werden. Wer am längerem Hebel sitzt, ist noch nicht ausgemacht, auch wenn die Maisernte um 25 % größer ist als die Weizenernte. Die relative Knappheit wird es entscheiden.

Steigende Weizenkurse - wie weit reicht die Kraft gegenüber Mais
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuellen Auftriebtendenzen beim Weizen sind eine Folge der erkennbar knapper werdenden globalen Versorgungslage auf dem Weizensektor in diesem Jahr. Allerdings wird infolge der Austauschbarkeit im Futtersektor die Preisspreizung bald ein Ende erreichen. Aber das ist ein dynamischer Prozess, denn auch die Maisernte unterliegt noch einigen Unsicherheiten in der Versorgungsbeurteilung, so dass insgesamt daraus ein höheres Getreidepreisniveau entstehen könnte, wenn noch Abstriche bei der Maisernte gemacht werden müssen . Anderenfalls wird sich der Maissektor im Preiswettbewerb behaupten.

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