28.
03.14
Vorerst feste Getreidekurse

Getreide Cockpit, 28.03.2014

Bullish
  • Trockenheit in den US-Winterweizengebiet
  • starke Exportaktivitäten USA und EU
  • Spannungen im Schwarzmeergebiet
  • zu wenig Niederschlag in SO Australiens für die Aussaat
  • EL Nino- Wetteranomalie wird realistischer
Bearish
  • Gut durchschnittliche Ernteerwartungen 2014
  • Ägyptens Absichten, weniger zu importieren
  • etwas höher geschätzte Ernten auf der Südhalbkugel

Weizenkurse klammern sich an der 7 $/bu-Marke  -  Auch Mais klammert

Die Weizenkurse an den Börsen werden neben den Spannungen im Schwarzmeergebiet wesentlich von der Trockenheitsentwicklung in den USA geprägt. Zwar sind in den letzten Tagen einige Regenschauer durch das Winterweizengebiet der Great Plains gezogen, aber die Ergiebigkeit der Niederschläge reicht nicht aus, die geringen Bodenwasservorräte substanziell aufzubessern. Die aus der Winterruhe erwachenden Pflanzen brauchen jetzt dringend ausreichende Feuchtigkeit, um die Wachstumsprozesse in Gang zu setzen.

Betroffen ist vor allem das Hauptanbaugebiet in Kansas, aber auch das Benachbarte Oklahoma ist zu drei Viertel vom Niederschlagsdefizit betroffen. In Texas sind zwei Drittel der Anbauflächen ohne ausreichende Feuchtigkeit. In Iowa fällt rd. die Hälfte der Flächen in das Trockengebiet, allerdings werden hier vorrangig Mais und Soja angebaut, deren Aussaat in den nächsten Wochen bevorsteht.  

Die mit der Trockenheit verbundenen höheren Temperaturen sind allerdings auch förderlich, den Bodenfrost zu vertreiben. Für den Mais- und Sojaanbau werden Soll-Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius gefordert, wenn die Aussaat erfolgversprechend sein soll.

Die jüngste Weizenernteprognose des IGC für 2014 geht von verringerten 700 Mio. t aus. Wesentlich verantwortlich ist ein geringerer Durchschnittsertrag als im guten Vorjahr. Bei leicht steigendem Verbrauch bleibt kein Spielraum mehr für eine Bestandsaufstockung, ein eindeutiges Signal für stabile Preise.

Für die Gesamternte 2014 prognostiziert der IGC eine Menge von rd. 1,95 Mrd. t dank einer besseren Maisernte. Allerdings wird der Verbrauch nur wenig geringer eingestuft, so dass eine Bestandserhöhung von 14 Mio. t bzw. 3,6 % herausspringt. Für die Beurteilung der möglichen Preiswirkungen kommt die Prognose noch zu früh. Zum jetzigen Zeitpunkt enthält die Prognose zu viele Unsicherheiten, um darauf eine verlässliche Preisvorhersage aufzubauen. Dennoch besitzt der IGC-Bericht einen vorausschauenden Orientierungscharakter.

Nachrichten aus Ägypten über eine Minderung der Weizenkäufe in den nächsten Monaten werden da schon konkreter. Das gilt im Gegenzuge auch für die anhaltend hohen Weizenexporte aus der EU und die strammen Maisausfuhren aus den USA. Nicht zuletzt werden die hohen Einfuhren Brasiliens aus den USA trotz leichter Verbesserung der argentinischen Ernteschätzungen in die Waagschale geworfen. Noch wenig Bedeutung schenkt man der Trockenheit in SO Australiens mit Problemen bei der Aussaat. Befürchtungen um El Nino-Wettereinfluss (zum Herbst 2014 (Trockenheit in Australien?) verdichten sich.

Die anziehenden Maiskurse knapp unter der 5 $ je bu-Marke unterstützen die Weizenpreise. Ein Antriebsfaktor ist die deutlich schwächer eingeschätzte Safrinha-Maisernte in Brasilien. Die vom IGC  höher veranschlagte Maisernte 2014 ist noch zu weit entfernt, um größere Preiswirkungen auszulösen. Schließlich steckt die Aussaat erst in den ersten Anfängen.

Wie sich die Kurse entwickeln werden, wird nach wie vor auch von den Spannungen um Ukraine wesentlich mitbestimmt werden. Zurzeit sind die Meldungen über die Ernteaussichten aus den Schwarzmeergebieten stark von optimistischen Berichten geprägt, nicht zuletzt in der Absicht, die importierende Kundschaft zu beruhigen. Die Wetterkarten der Satellitenaufnahmen in der Ukraine und Südrussland  deuten auf Auswinterungsschäden und Trockenproblemen hin, die aber zurzeit nicht thematisiert werden

Vorerst feste Getreidekurse
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ZMP Live Expertenmeinung

Der Getreidemarkt steckt in mehreren Spannungsfeldern. Die Auseinandersetzungen um den Ukrainekonflikt löst Verunsicherungen über zukünftige Lieferungen sowohl hinsichtlich alterntiger als auch neuerntiger Waren aus. Die ersten Schätzungen für die kommende Ernte 2014 gehen überwiegend von einer nicht wesentlichen Verbesserung der Vorjahresergebnisse aus. Bei trendmäßiger Verbrauchssteigerung bedeutet das keine Verbesserung der  globalen Versorgungslage. Zurzeit fallen die Schätzrisiken noch groß aus, so dass die Risikoprämien in den Terminkursen hoch ausfallen. Steigende Notierungen in den hinteren Terminkursen belegen diese Einschätzung.

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