29.
11.13
Weltgetreideversorgung leicht aufgebessert - jüngste IGC-Schätzung

Getreide Cockpit, 29.11.2013

Bullish
  • Nur durchschnittliche Versorgungslage
  • starke Exportnachfrage
  • anhaltend gute Nachfrage aus dem Bioethanolsektor
  • Ernten auf der südlichen Hemisphäre noch unsicher bis schwach
  • Safrinha Mais könnte deutliche Einbußen erfahren
Bearish
  • Global günstige Versorgungslage im Futtergetreidesektor
  • hohe Maisernte mit Schwerpunkt in den USA

Schätzung des IGC vom 28. Nov. 2013: Mehr Weizen und Mais geerntet - aber auch steigender Verbrauch.

Anläßlich des Thanks-giving-Day in den USA fand am Donnerstag keine Börse statt, die Freitagsbörse wurde wegen zu erwartender geringer Beteiligung verkürzt, so daß die meisten  Amerikaner ein 4 Tage dauerndes Wochenende genießen können. Entsprechend dünn ist die Informationslage zur Kursentwicklung an den Börsen. Dafür haben andere Quellen für Diskussionsstoff gesorgt

In Ihrer jüngsten Einschätzung der Versorgungslage auf dem Weltgetreidemarkt hat der internationale Getreiderat (IGC) seine Zahlen vom Vormonat erhöht.  Die Gesamtgetreideernte wird jetzt auf 1,945 Mrd. t geschätzt. Bei leicht erhöhtem Verbrauch gegenüber dem Vormonat auf 1,904 Mrd.  t werden die Endbestände auf 379 Mio. t anwachsen.  Gegenüber dem Vorjahr verbessert sich die Vorratslage damit um rd +40 Mio. t. Bezieht man die Endbestände auf den Verbrauch errechnen sich 19,9 % stock to use ratio. Diese Versorgungskennziffer liegt damit knapp unter den langjährigen Durchschnittswerten. Noch im Vorjahr betrug der Endbestand nur 18,6 % vom Verbrauch.

Die globale Weizenversorgung bleibt nur knapper Durchschnitt, obwohl die jüngste Schätzung mit 698 Mio. t immer noch unter den Prognosen anderer Institute bleibt. Unsicherheiten bestehen noch bei der argentinischen Ernte, die von der dortigen Regierung erneut auf nur 8,5 Mio. t taxiert, während der IGC weiterhin von 10,5 Mio. t ausgeht. Auch i Australien ist keine definitive Klarheit über den Ausgang der Weizenernte zu erfahren.

Mit einer geschätzten Höhe von 950 Mio. t Mais liegt der IGC zwar immer noch konservativ niedrig im Vergleich zu anderen Schätzern, bestätigt aber die weltweit überdurchschnittlich gute Versorgungslage  im Maissektor. Der Endbestand zum Verbrauch errechnet sich auf 17 %, deutlich über dem langjährigen Mittelwert.

Hohe Aufmerksamkeit erregt zurzeit die Voraussage der US-Bank Societe Generale, dass die Maispreise im Sommer/Herbst  2014 von aktuell gut 4 auf 5 $ je bu  (von knapp 12 auf 14,50 € je dt) steigen sollen. Die Begründung wird in der ungewöhnlichen Soja-Mais-Preis-Relation von über 3,2 zu gesehen. (Üblich sind 2 bis 2,5 zu 1). Die relative Besserstellung der Sojabohne veranlasst süd- und nordamerikanische Farmer verstärkt Soja zu Lasten von Mais im Zweit- und Hauptfruchtanbau auszusähen. Damit würde die derzeit günstige Maisversorgung schnell zusammenschrumpfen und die aktuell niedrigen Kurse in die Höhe treiben. Nach Meinung der Bank sind die Maiskurse bereits ab  den Frühsommermonaten zu niedrig eingestuft, denn Brasilien könnte statt 1 Mio. ha Safrinha-Mais Safrinha-Sojabohnen angebaut und geerntet haben. Die USA könnten bei ihrer Aussaat im April/Mai nach gleichen Muster verfahren.

Für Börsianer winken hier interessante Betätigungsfelder. Allerdings sollte man die Anpassungsfähigkeit und Unwägbarkeiten der zukünftigen Entwicklung nicht unterschätzen.

Weltgetreideversorgung leicht aufgebessert - jüngste IGC-Schätzung
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ZMP Live Expertenmeinung

Der Weltgetreidemarkt ist gegenüber dem Vorjahr zwar besser, aber auch nur gut durchschnittlich versorgt. Es bleibt bei einer Zweiteilung unterdurchschnittlicher Weizenversorgung und überdurchschnittlicher Versorgung mit Futtergetreide. Daraus resultiert eine ungewöhnliche Preisspreizung zwischen einem sehr niedrigen Maiskurs und einem knapp durchschnittlichen Weizenpreis.

Das ungewöhnlich günstige Preisverhältnis von 3,2 Sojabohne zu 1 Mais stimuliert süd- und nordamerikansiche Farmer vermehrt Soja statt Mais anzubauen. Die Folge wird ein deutlicher Abbau der aktuellen Maisbestände sein. Das treibt die Maispreise wieder an.

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