30.
04.14
Verzögerte US-Maisaussaat und ihre Folgen

Getreide Cockpit, 30.04.2014

Bullish
  • Mehrtägige Regenperiode und erforderliche Trocknungszeiten verzögern die Maisaussaat über den Optimaltermin hinaus.
  • Weitere Verringerung der US-Maisfläche nicht ausgeschlossen
  • Risiko der Wetterbedingungen im entscheidenden Monat August
  • Die US-Weizenernte fällt voraussichtlich schlecht aus. Es besteht Ersatzbedarf.
Bearish
  • Aussaattermin ist weniger bedeutsam für das Erntergebnis als die Ertragsbildungsphase im August
  • Trotz evtl. Verringerung der Anbaufläche ist eine durchschnittliche Ernte bei mittleren Ertragsannahmen zu erwarten

US-Maisaussaat-Verzögerung:  welche Wirkung auf Anbaufläche und Flächenertrag?

Neben den politischen Unsicherheiten anlässlich des Ukraine-Konfliktes rufen die witterungsbedingten Verzögerungen der US-Maisaussaat unterschiedliche Einschätzungen der Folgewirkungen auf die US-Maisernte hervor.  Die Börsenkurse reagieren sehr sensibel auf die wöchentlichen Saatenstandberichte des USDA.

Der jüngste Stand mit Datum vom 27. April (Ende der 17. KW) beziffert die Aussaat auf 18 % der beabsichtigten Fläche. Damit liegen die Maisbestellungen deutlich hinter dem 5 –jährigen Durchschnitt von 28 % sind aber deutlich besser als im Vorjahr 2013  mit erheblich größeren Verzögerungen.

Allerdings gelang 2013 von der 18. bis zur 20. KW (= Mitte Mai) eine Aufholjagd von fast 50 %, so dass der als Optimalgrenze angesehene Mitte Mai-Termin noch eingehalten werden konnte. Tatsächlich erreichten Aussaatflächen und Maisernten 2013 Rekordmarken.

Eine Wiederholung dieser Aussaatgeschwindigkeit scheint in diesem Jahr kaum machbar zu sein. Zwar versprechen die Wetterprognosen für die 18. KW noch trockenes Bestellwetter, aber für die nachfolgende Zeitspanne vom 07. bis 11. Mai werden kräftige Regenschauer in mehrtägiger Folge vorausgesagt. Zwar sind die Böden in diesem Jahr nicht allzu reichlich mit Wasser versorgt, können also durchaus noch Feuchtigkeit aufnehmen, allerdings sind die zu erwartenden Regenmengen zu groß, um ohne die erforderliche Abtrocknungszeit die notwendigen Feldarbeiten durchführen zu können. Damit erscheint der Termin 15. Mai in diesem Jahr stark gefährdet zu sein.

Die Folgen einer Verzögerung der Aussaat könnten eine weitere als ohnehin schon beabsichtigte Verringerung der Maisfläche zugunsten einer spätsaatverträglichen Sojabohne sein und möglicherweise auch eine Einbuße bei den Flächenerträgen mit sich bringen.

Eine Umwidmung der Flächen zugunsten der Sojabohne wird vorrangig in den Regionen stattfinden, in denen die Aussaat erst spät im Mai möglich werden könnte. Dazu gehören in 1. Linie die nördlichen Anbaugebiete.

Über die negativen Auswirkungen auf die Flächenerträge besagen eindeutige Untersuchungen, dass eine Aussaatverzögerung im Regelfall weniger gewichtig ist als die entscheidende Ertragsbildungsphase im August während der Befruchtungs- und Kornausbildungsphase. Das gilt allerdings nicht für extreme Aussaatzeiten Ende Mai/Anf.- Juni.

Für das Jahr 2014 wird mit den ersten Auswirkungen des Wetterphänomens „El Nino“ gerechnet. Im Regelfall ist für den mittleren Westen mit etwas kühleren Temperaturen bei durchschnittlichen Regenmengen - also durchaus günstige Wachstumsbedingungen - zu rechnen. Allerdings liegen die Prognosewahrscheinlichkeiten nur wenig über der 50 % Marke. Das Ernterisiko bleibt groß.  Erste Entscheidungen fallen im kommenden Monat Mai.

Verzögerte US-Maisaussaat und ihre Folgen
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ZMP Live Expertenmeinung

Grundsätzlich gilt, dass die Aussaatverzögerung der US-Maisflächen  weniger Gewicht für das Ernteergebnis hat als die Vegetationsbedingungen in der Ertragsbildungsphase im August. In der 18 KW. herrschen günstige Bedingungen für die Feldarbeit. Der Rückstand bei der Aussaat könnte jedoch aufgrund der starken Niederschläge in der nächsten Woche nochmal beachtlich verzögert werden. Inwieweit die gestiegenen Leistungskapazitäten der Legemaschinen bei der Aussaat ausreichend dimensioniert sind, das knapp gewordene Zeitfenster überdurchschnittlich zu nutzen, ist kaum abzuschätzen. Höchst unsicher  sind  die Wetterbedingungen über die 20. KW hinaus bis in die letzte Maiwoche hinein. Dann werden entscheidende Weichenstellungen in der Umwidmung der Flächen stattfinden.

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