30.
05.14
IGC: Getreideernte 2014/15

Getreide Cockpit, 30.05.2014

Bullish
  • Für die überwiegende Getreideernte bestehen noch hohe Wachstums und Ertragsrisikken
  • Kommende Erntemenge kleiner als im Vorjahr
  • Leicht steigender Verbrauch
  • Kritische Entwicklungen im Schwarzmeergebiet
  • El Nino- Wetteranomalie später im Wirtschaftsjahr
Bearish
  • Hohe Anfangsbestände 2014/15
  • gut durchschnittliche Versorgungskennziffern
  • überdurchschnittliche Futtergetreideernten
  • gedämpfte Getreidenachfrage im Futter- und Industriebereich

IGC korrigiert Schätzung der Weltgetreideernte

Der internationale Getreiderat hat in seiner jüngsten Monatsausgabe Ende Mai 2014 die Weltgetreideernte um + 2 auf 1.937 Mio. t gegenüber der Vormonatsschätzung angehoben. Es bleibt jedoch dabei, dass die kommende Ernte 2014/15 um etwa -40 Mio. t bzw. -2 % niedriger ausfällt als im überdurchschnittlich guten Vorjahr. Wesentlicher Grund ist die Annahme, dass sich die überdurchschnittlich hohen Flächenerträge des Vorjahres  in der kommenden Ernte nicht wiederholen, sondern Durchschnittswerte erwartet werden.

Die globale Weizenernte wurde gegenüber dem Vormonat nochmal um 3 auf 694 Mio. t gekürzt. Im Vorjahr wurde mit 709 Mio. t eine Rekordernte eingefahren. Schwache Ernten in den USA, Ukraine und Russland sind wesentlich verantwortlich.

Die weltweite Maisernte wird um 5 auf 955 Mio. t höher gegenüber dem Vormonat eingeschätzt, bleibt aber um -15 Mio. t hinter dem starken Vorjahresergebnis zurück.  

Die gegenüber dem Vormonat kaum korrigierte Verbrauchsschätzung für Getreide wird gegenüber dem Vorjahr um + 15 Mio. t auf 1.935 Mio. t angehoben.

Aus der Gegenüberstellung von Angebot und Verbrauch verbessern sich die Endbestände geringfügig knapp unter der Größenordnung von 400 Mio. t.  Die Versorgungskennziffer stock to use ratio errechnet sich auf den langjährigen Mittelwert von 20,5 %.

Die Endbestände der 8 führenden Exportstaaten steigen gegenüber dem Vorjahr nur um 5 Mio. t auf 127 Mio. t. Die Vormonatsschätzung mit + 10 Mio. t,  musste aufgrund der Erhebungen halbiert werden. Rückgänge in den USA, Ukraine, Australien und Kanada sind wesentliche Gründe. Das schränkt das Pufferpotenzial der Exporte für unvorhergesehene  Bedarfsfälle etwas ein und steigert das Risiko.

Die Versorgungslage im Weizensektor verringert sich um knapp einen Prozentpunkt, bleibt aber mit 26,8 % Endbestand zum Verbrauch im Mittelfeld.

Die Maisversorgung verbessert sich auf ein überdurchschnittlich hohes Niveau von 18,2 % stock to use ratio. Schon im guten Vorjahr war ein günstiger Wert von 17,5 % erreicht worden. In den vorausgegangenen schwachen Zeiten lagen die Werte jedoch nur um bzw. unter 15 %. Hohe Anteile an den Verbesserungen haben die südamerikanischen Staaten und China. Die US-Ernte soll auf dem Niveau von 350 Mio.  t (Vorjahr 353 Mio. t) in etwa gehalten werden. Vor zwei Jahren lag das US-Maisergebnis nur bei extrem schwachen 274 Mio. t.

Die Börsenkurse sind vom IGC-Ergebnis wenig beeindruckt, Der Abwärtsschwung zeigt erste Stabilisierungstendenzen.

IGC: Getreideernte 2014/15
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngste IGC-Schätzung bestätigt die bisherigen Prognosen einer zweitbesten Getreidernte 2014/15. Hohe Anfangsbestände mit + 50 Mio. t kompensieren den Rückgang der Erntemengen mit - 40 Mio. t. Die Versorgungslage lässt sich anhand der einschlägigen Kenngrößen  als gut durchschnittlich bezeichnen.  Dennoch steht der überwiegende Teil der kommenden Ernte erst am Anfang der Produktionsentwicklung, so dass noch erhebliche Wachstums- und Ertragsrisiken zu berücksichtigen sind. Politische, finanzielle und witterungsbedingte Unsicherheiten im Schwarzmeergebiet sowie die Wetteranomalie El Nino sind kaum zu prognostizieren. Dementsprechend enthalten die hinteren Terminkurse mit stabilen Tendenzen  noch etliche Risikoprämien. Die derzeitigen Kursrückgänge der vorderen Liefertermine im Weizen- und Maissektor spiegeln die aktuelle Entspannung infolge der durchschnittlich verlaufenen Maisbestellungsphase wider.

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