26.
07.13
Kursstürze an der Chicagoer Börse für Mais und Soja

Getreide Cockpit & Ölsaaten Cockpit, 26.07.2013

Bullish
  • witterungsbedingtes Restrisiko der US-Ernte
  • flotte Nachfrage
  • weltweite Versorgungsbilanz liefert unterdurchschnittliche Werte (stock to use ratio 18,5 %)
Bearish
  • trotz niedrigster Endbestände scheint die Anschlussversorgung ausreichend gesichert
  • hohe Ernteerwartungen erhöhen den Preisdruck in der Erntekampagne (harvest low)
  • chinesische Käufer halten sich in Erwartung weiterer Preisminderungen vorerst zurück
  • die aktuell erkennbare Wetterentwicklung verringert das Risiko von großen Ernteausfällen
  • die Risikoprämie in den Preisen schrumpft

Panikverkäufe lösen mehrfachen Kurssturz an den Börsen aus.

Es ist durchaus logisch, dass die monatelange Zweiteilung zwischen hohen Kursen der vorderen zu den erheblich niedrigeren Notierungen der hinteren Termine irgendwann zu einer Angleichung führen würde. Die große Differenz und die Heftigkeit, wie an den Börsen üblicherweise reagiert wir, lösen abrupte Kurskorrekturen aus. Die Limit-down-Regel schiebt das Problem nur vor sich her, verhindert möglicherweise Schlimmeres.

Auslöser für die heftigen Kurskorrekturen waren die Verkäufe der Farmer, die in Erwartung der kommenden großen Ernte ihre Läger räumen, angesichts des nicht schlechten Wetters immer weniger mit dem Risiko eines großen Ernteausfalls rechnen und aus Angst vor zukünftigen Preisrückgängen geradezu panikartig ihre restliche Ernte noch zu hohen Kursen an den Mann bringen wollten.

Auf der Abnehmerseite wurde die Chance genutzt, das gestiegene Angebot in der Schlussphase zu fallenden Kursen aufzunehmen und für die nächsten 4 bis 5 Wochen über eine ausreichende und beruhigende Anschlussversorgung an die neue Ernte verfügen zu können.

Die erheblich gefallenen Kassakurse lieferten ausreichende Signale für die Börsenteilnehmer sich im Maismarkt und Sojakomplex neu zu positionieren. Der erntemäßig weitgehend abgeschlossene US-Weizenmarkt konnte sich dem Sog der übrigen Entwicklungen nicht entziehen und setzte seine moderate Abwärtsentwicklung fort.

Für den Sojakomplex werden weitere Kurskorrekturen nach unten nicht ausgeschlossen. Für Mais ist ein Niveau unter 5 $ je bu bzw. 14,60 €/dt erreicht, das möglicherweise eine erste untere Orientierung liefern könnte.

An der Pariser Börse waren bis auf Raps vorerst vergleichsweise geringe Reaktionen zu beobachten. In Europa sind die Verhältnisse auch weniger dramatisch. Eine Dämpfung der hohen Ernteerwartungen könnte von der aktuellen Hitzewelle ausgehen, die dem Weizen und dem Mais schwer zu schaffen machen.

Kursstürze an der Chicagoer Börse für Mais und Soja
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ZMP Live Expertenmeinung

Die notwenige Angleichung zwischen den unterschiedlichen vorderen und hinteren Kursen verläuft - von der Limit down Regel unterbrochen - ziemlich abrupt. Inwieweit ein Boden schon gefunden wurde, bleibt grundsätzlich offen. Für den Sojakomplex scheint noch Korrekturbedarf nach unten zu bestehen.  Der Preisdruck wird unter der zu erwartenden großen Ernte noch weiter anhalten. Übertreibungen sind in dieser Preisfindungsphase nicht auszuschließen.Für die durchschnittliche globale Versorgungslage errechnen sich kritische unterdurchschnittliche Werte, allerdings sollte man beachten, dass der Endbestandsanstieg in den Exportländern noch ein gewichtiges Wort bei der Preisfindung im späteren Jahresverlauf mitredet.

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