Die US-Weizenmärkte standen am Dienstag klar unter Druck. In Chicago fiel der SWR-Weizen mit -7,50 US-Cent im Mai auf 589,75 US-Cent/bushel. Auch in Kansas City gab der HRW-Weizen für Mai um 9,75 US-Cent nach und schloss bei 606,75 US-Cent/bushel. Der Spring Wheat in Minneapolis tendierte ebenfalls schwächer und verlor in den Frontmonaten zwischen 7 und 10 US-Cent.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Zwar sorgt die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen der Plains von Nebraska bis Texas sowie in den SRW-Anbaugebieten für latente Unterstützung. Gleichzeitig belastet der aktuell fehlende Niederschlag die Bestände zunehmend. In Kansas verschlechterte sich der Anteil der Winterweizenbestände in gutem bis ausgezeichnetem Zustand um 4 Prozentpunkte auf 52 Prozent, was grundsätzlich bullisch zu werten ist. Dennoch dominierten zuletzt Verkaufsimpulse.
International setzt Europa zusätzliche Akzente. Die Prognose für die EU-Weizenproduktion wurde von Coceral auf 142,6 Mio. t gesenkt, ein Minus von 1,3 Mio. t zur vorherigen Schätzung. Gleichzeitig laufen die Exporte robust. Mit 16,77 Mio. t seit dem 1. Juli liegt die EU deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese Kombination aus geringerer Ernte und stärkerem Export wirkt grundsätzlich stützend, konnte den Abwärtsdruck an den US-Börsen jedoch nicht aufhalten. In Paris fällt dadurch auch der Mai um 2,00 e auf 205,25 €/t.