Der Weizenkomplex ist schwach in die neue Woche gestartet. In Chicago verlor der SWR-Weizen für Mai 7,50 US-Cent und notierte bei 587,75 US-Cent/bushel. In Kansas City gab der HRW-Weizen für Mai um 3,00 US-Cent auf 603,25 US-Cent/bushel nach. Der Spring Wheat in Minneapolis zeigte sich uneinheitlich, mit leichten Verlusten in den Frontmonaten und festeren Tendenzen bei späteren Terminen.
Fundamental liefert der US-Markt gemischte Signale. In Kansas fiel der Anteil guter bis ausgezeichneter Winterweizenbestände um 6 Prozentpunkte auf 46 Prozent ein klar bullischer Impuls aus Händlersicht, da sich die Ertragsaussichten eintrüben. Gleichzeitig sorgen jedoch schwächere Außenfaktoren für Druck. Die deutlichen Verluste am Rohölmarkt nach geopolitischen Entspannungssignalen belasteten die Agrarmärkte insgesamt.
Auf der Nachfrageseite präsentierten sich die US-Exporte solide. Mit 458.411 t lagen die wöchentlichen Verschiffungen deutlich über Vorwoche, blieben aber unter dem Vorjahresniveau. Mexiko, China und Taiwan führten die Käuferliste an. Seit Beginn des Vermarktungsjahres summieren sich die Exporte auf 19,93 Mio. t und liegen damit knapp 18 Prozent über dem Vorjahr.
Am Markt überwiegt dennoch kurzfristig die bärische Stimmung. Händler gewichten makroökonomische Impulse und schwächere Preisstrukturen aktuell höher als die sich verschlechternden Bestandsbewertungen. So endete der Mai in Paris an der Euronext auch auf rotem Terrain. Er verlor 1,00 € und schloss bei 202,25 €/t.