Der US-Weizenmarkt geriet am Dienstag deutlich unter Druck. In Chicago fiel der SWR-Weizen mit minus 13,25 US-Cent für den März auf 584,75 US-Cent/bushel. Auch in Kansas City ging es abwärts. Dort verlor HRW-Weizen für den März 11,00 US-Cent und rutschte auf 596,75 US-Cent/bushel. Spring Wheat in Minneapolis schloss ebenfalls klar schwächer mit Verlusten von rund 11 bis 12 Cent. Belastend wirkte vor allem der Energiemarkt. Rohöl brach zeitweise massiv ein, nachdem die USA begonnen hatten, Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung angespannt, denn der Iran hat angekündigt die Schifffahrtswege zu verminen.
Fundamental brachte der neue WASDE Bericht kaum Impulse aus den USA. Die amerikanische Bilanz blieb unverändert, während die globalen Endbestände leicht auf 276,96 Mio. t zurückgenommen wurden. Ausschlaggebend dafür waren niedrigere Vorräte in Argentinien infolge höherer Exporte. Gleichzeitig kürzte das USDA die russischen Exporterwartungen um 0,5 Mio. t. Auch die EU-Ausfuhren wurden um 1 Mio. t reduziert, wobei mehr Weizen in den Futtersektor fließen dürfte.
Ein bullischer Akzent kam dagegen von den US-Feldern. In Kansas verschlechterte sich der Zustand des Winterweizens laut aktuellem Bericht um zwei Prozentpunkte auf 56 Prozent gut bis ausgezeichnet.
International bleibt die Nachfrage präsent. Die EU meldet seit Beginn des Vermarktungsjahres Weichweizenexporte von 16,5 Mio. t und liegt damit um 1,4 Mio. t über dem Vorjahr. Zusätzlich kaufte Algerien am Dienstag schätzungsweise 200.000 t Weizen am Weltmarkt. An der Euronext gab der Mai um 5,75 € nach und lag schlussendlich bei 204,00 €/t.