Zum Wochenstart gerieten die Weizenkurse an den US-Börsen unter Druck. Auslöser war der jüngste Bestandsbericht des USDA, der mit 850,5 Mio. Bushel Weizen zum Stichtag 1. Juni deutlich über den Markterwartungen lag und damit die Preisentwicklung belastete. Die Chicagoer SRW-Weizenkontrakte schlossen 2 bis 4 Cent schwächer. In Kansas City (HRW) wurde der Juli 10 US-Cent auf 506,00 US-Cent/bushel nach unten gehandelt. Auch die Notierungen für Frühjahrweizen in Minneapolis (MGEX) verzeichneten Verluste zwischen 5 und 8 Cent.
Ausschlaggebend für den Rückgang waren die Quartalsberichte des USDA, die höheren Lagerbestände und eine größere Gesamtfläche für den Weizen übertrafen die Erwartungen des Marktes. Der Bericht zu den Anbauflächen zeigt für die gesamte US-Weizenfläche 45,478 Mio. Acres - gegenüber März ergab sich ein Zuwachs von 128.000 Acres. Besser sah es bei den US-Weizenexporten aus. Diese beliefen sich in der Woche bis zum 26. Juni auf 434.538 Tonnen – ein Anstieg von über 70 % gegenüber der Vorwoche. Doch trotz des Wachstums liegen die kumulierten Exporte mit 1,279 Mio. Tonnen rund 8 % unter dem Vorjahreszeitraum. Die größten Käufer waren Indonesien und Mexiko.
Die Ernte des US-Winterweizens lag per 29. Juni bei 37 % und damit 5 Prozentpunkte hinter dem Durchschnitt. Die Bestandsbewertungen verschlechterten sich leicht auf 48 % in der Kategorie gut/ausgezeichnet. Beim Sommerweizen waren 38 % der Bestände bereits in der Ährenbildung, was dem 5-Jahres-Mittel entspricht. Hier lagen die Bewertungen bei 53 % gut/ausgezeichnet – ein 1 %-Punkt-Rückgang gegenüber der Vorwoche.
Auf internationaler Ebene kürzte Argus seine Prognose für die ukrainische Weizenernte um 1,82 Mio. Tonnen auf nun 21,88 Mio. Tonnen – eigentlich ein bullisches Signal, das jedoch angesichts der US-Zahlen kaum Wirkung entfalten konnte. An der Euronext gab der Weizen ebenfalls nach und lag zum, Handelsschluss für den September 1,00 € tiefer bei 195,00 €/t.