Die Weizennotierungen gerieten zum Wochenschluss auf breiter Front unter Druck. An allen drei US-Terminbörsen verzeichneten die Kontrakte am Freitag Verluste, ausgelöst durch eine höhere als erwartete US-Gesamternte. Der Chicago-Weizen (SRW) verlor zum Wochenschluss 9 bis 10 US-Cent, wobei der September-Kontrakt im Wochenverlauf um 11,75 Cent nachgab.
Auch an der Euronext in Paris zeigte sich der Markt schwächer. Der meistgehandelte September-2025-Kontrakt fiel leicht um 0,25 €/t auf 201,00 €/t. Der Dezember-25-Termin verlor 1,00 €/t und wurde zuletzt mit 209,25 €/t bewertet. Ähnliche Abschläge zeigten sich auch für die weiter entfernten Termine bis Mai 2026. Insgesamt signalisiert der Terminmarkt anhaltend schwache Preiserwartungen.
Das USDA hob im aktuellen Bericht die US-Gesamtweizenproduktion 2025/26 um 8 Mio. Bushel auf 1,929 Mrd. Bushel an (≈ 52,5 Mio. t). Während die Winterweizenernte wegen geringerer Flächen um 37 Mio. Bushel gesenkt wurde, lagen die Prognosen für Sommerweizen (503,6 Mio. Bushel) und Hartweizen (79,7 Mio. Bushel) über den Erwartungen. Die Endbestände der neuen Ernte wurden auf 851 Mio. Bushel angehoben, jedoch durch höhere Exporterwartungen (850 Mio. Bushel) teilweise kompensiert, sodass der Endbestand auf 890 Mio. Bushel (≈ 24,2 Mio. t) zurückging.
Auf globaler Ebene senkte das USDA die Prognose der Weltendbestände für 2025/26 um 1,24 Mio. Tonnen auf 261,25 Mio. Tonnen, insbesondere infolge geringerer Produktion in Kanada. Die weltweite Weizenernte blieb mit 808,6 Mio. Tonnen nahezu stabil. Die Exporterwartungen wurden jedoch um 1,2 Mio. Tonnen auf 213,1 Mio. Tonnen reduziert. Für die EU wird mit einem Exportrückgang auf 32,5 Mio. Tonnen gerechnet, trotz einer auf 137,3 Mio. Tonnen erhöhten Ernteprognose. Russland soll mit 46 Mio. Tonnen mehr exportieren, die Ukraine hingegen mit 15,5 Mio. Tonnen weniger als zuvor.
Zusätzlich belastete eine neue US-Zollmaßnahme: Präsident Trump kündigte eine Erhöhung der Importzölle auf kanadische Produkte auf 35 % ab dem 1. August an – diese Entscheidung war im WASDE-Bericht noch nicht berücksichtigt.