In Chicago lag der SWR-Weizen mit minus 7,25 US-Cent für Mai bei 591,25 US-Cent/bushel. In Kansas City fiel HRW-Weizen für Mai um 6,00 US-Cent auf 636,75 US-Cent/bushel. Spring Wheat in Minneapolis zeigte sich dagegen fester und legte zu. Der Markt präsentierte sich gespalten, wobei vor allem Winterweizen unter Abgabedruck stand, während die Gewinne der Woche in Teilen gehalten wurden.
Aus Händlersicht wirkt die Wetterlage klar bärisch für HRW: Für weite Teile von West-Kansas bis in den Texas Panhandle wird in der kommenden Woche kein Niederschlag erwartet, während sich Regen auf östliche Anbaugebiete von Kansas bis Illinois und Indiana konzentriert. Diese Verteilung verschärft die Sorgen um die Winterweizenbestände in den trockenen Plains.
Fundamental liefert der Exportsektor ein gemischtes Bild. Die gesamten Exportverpflichtungen für die alte Ernte liegen mit 24,54 Mio. t leicht über der USDA-Prognose und entsprechen einem zügigen Tempo. Die Verschiffungen erreichen 20,69 Mio. t und damit 84 Prozent des USDA-Ziels im Einklang mit dem Durchschnitt. Das stützt den Markt zwar, reicht aber nicht, um die wetterbedingte Schwäche vollständig zu kompensieren.
International bleibt Frankreich stabil: 84 Prozent der Weichweizenbestände werden als gut bis exzellent bewertet, unverändert zur Vorwoche. Insgesamt fehlt es dem Markt damit an klar bullischen Impulsen, während die Wetterentwicklung in den US-Plains kurzfristig den Ton angibt. Somit schloss der September um 1,25 € tiefer bei 204,50 €/t. Da die Nachrichtenlage aktuell durch die internationale Situation um den Iran dominiert wird, agieren Händler vor dem Wochenende meist zurückhaltend.