Sehr heterogene Erträge in Westeuropa erschweren aber den Überblick
(AMI) In 2014 werden im westeuropäischen Kartoffelgürtel von Nordfrankreich bis Deutsch-land 4,6 % mehr Konsumkartoffeln geerntet als 2013. Zu diesem Ergebnis kommt die Gruppe der nordwesteuropäischen Kartoffelanbauer NEPG. Diese schätzen, dass die Speise- und Verarbeitungskartoffelfläche in den 5 wichtigsten Anbauländern um 2,7 % ausgedehnt wurde. Das wäre weniger als die im Frühjahr noch angenommenen 3,5 bis 4 %. In Deutschland, in den Niederlanden, in Belgien und in Frankreich ist der Kartoffelanbau gewachsen. Nur in Großbritannien gibt es ein 2 % kleineres Areal. Für eine echte Ernteschätzung sieht NEPG die Zeit noch nicht gekommen. Es wurde früh gepflanzt und die Kulturen sind weiter entwickelt als sonst. Je nach Wachstumsbedingungen bringen Proberodungen derzeit in Punkto Ertrag und Größe sehr heterogene Ergebnisse. Eine frühe Abreife könnte das Ertragspotential deckeln. Beregnung hielt die Bestände aber meistens gesund und stark. Phytophthora wird fast überall gut in Schach gehalten. Nur in Nordfrankreich scheinen nennenswerte Schäden an Kulturen möglich. Wird beim Ertrag das fünfjährige Mittel angenommen, läge das Ernteergebnis am Ende bei 25,24 Mio. t und damit 1,1 Mio. t über dem Vorjährigen.
ZMP Live Expertenmeinung
Es mag angesichts der sehr ergiebigen Regenmengen in dieser Woche schwer geworden sein, Frittenrohstoff in Westeuropa gesund zu erhalten, die Stimmung am Markt ist aber derzeit eher von der Steigerung des Ertragspotentials durch ausreichende Bodenfeuchte beeinflusst. Die Terminkurse sind wieder gesunken, da nun eine große Ernte erwartet wird. Schon das Angebot aus der Ernte 2013 war insgesamt zu groß und was soll dann erst mit dem Aufkommen aus 2014 passieren? Qualitäten könnten am Ende noch einen Unterschied machen. Das haben sie auch 2013/14. Für das Vorjahr wurden hohe Ausbeuten gemeldet und anders ist der Preisverfall zum Saisonende auch schon fast nicht mehr zu erklären. Wird beispielswiese Bilanz am niederländischen Markt gezogen, müssten dort seit Ende Mai eigentlich alle Rohstoffvorräte erschöpft gewesen sein. Auch wenn Qualitätsprobleme zu kleineren Vorräten im Juni 2015 führen, der Preisbildung werden sie aus Sicht der Landwirte aber abträglich sein.