Chipsabsatz boomt, Trockenprodukte weniger eingekauft
(AMI) – Im Jahr 2016 kauften Verbraucher in Deutschland mit 446.000 t so viele Kartoffelprodukte wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Einkäufe privater Haushalte um 2,5 %, so die Analyse von Daten der GfK durch die AMI. Im Schnitt mussten die Verbraucher dafür mit einem Plus von 0,2 % auch nicht viel höhere Preise zahlen. Der Wertumsatz von Kartoffelprodukten bei den Einkäufen privater Haushalte summierte sich auf 1,307 Mrd. EUR. Er ist nach einem leichten Rückgang in 2015 auf einen neuen Rekordwert gewachsen. Bei den TK-Produkten favorisieren die Verbraucher vor allem Pommes frites, die mit 115.000 t ohnehin den Löwenanteil aller Einkäufe von Kartoffelprodukten auf sich vereinigen und wieder etwas zulegten, ohne aber die Rekordmenge von 2012 zu erreichen. Der Trend zu immer mehr Backofenware zu Lasten der Fritteusen-Ware hat sich fortgesetzt. Der Anteil Erstgenannter nähert sich der 75 % Marke. Backofenfritten sind etwas teurer als die übrigen Fritten und je mehr diese eingekauft werden, desto höher sind die Ausgaben für Pommes frites insgesamt. In der Rubrik gekühlte Produkte sind vor allem Frischkloßteig, Bratkartoffeln oder Schupfnudeln zu finden. Während erstgenannter geringfügig verlor, gewannen die übrigen Erzeugnisse kräftiger hinzu und brachten dieses Segment auf insgesamt 94.000 t, so viel wie noch nie. Noch rasanter gewachsen ist der Absatz von Kartoffelchips, und zwar von 70.000 t auf 76.000 t. So einen enormen Sprung gab es noch nie. Vielleicht hat dazu der starke Wettbewerb im LEH beigetragen, der Ende 2015 das Preisniveau in die Knie zwang. Trockenprodukte wie Kloss- und Knödeltrockenprodukte, Püree und ähnliches verlieren seit einigen Jahren in der Gunst der Verbraucher. Kartoffelsalat ging dagegen im vergangenen Jahr wieder deutlich besser.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt für Verarbeitungsrohstoff tritt auf der Stelle. Einer uninteressierten Nachfrage steht ein nur kleines Angebot gegenüber. Bisweilen erweckt das Geschehen den Eindruck, der Markt könnte kippen und die Preise nachgeben, so dass der Kassamarkt dem Terminmarkt folgt. Letzterer hat sich allerdings im Verlauf der Woche wieder gefangen und einen Tiefpunkt überwunden. Am Kassamarkt ist es zudem kein Problem jeden Verkaufswunsch an Verarbeiter erfüllt zu bekommen. Außerdem gibt es Absatzmöglichkeiten im Export, die zunehmen, und bestimmte Frittensorten strömen im Beneluxraum zu sehr hohen Preisen in die Chipsherstellung. So bleibt der Markt am Ende wohl doch zu stabilen Preisen im Gleichgewicht. Viele Marktteilnehmer teilen die Einschätzung und gehen davon aus, dass sich auch längere Zeit nichts Wesentliches an den Preisen für Pommes frites Kartoffeln ändern wird. Wie nach der Veröffentlichung der Vorratsdaten in Belgien geschehen, kann es aber weiterhin je nach Nachrichtenlage Preisdellen oder kurzfristige Preisanstiege geben.