20.
02.15
Kurse am Kartoffelterminmarkt wieder schwächer

Kartoffeln Cockpit, 20.02.2015

Bullish
  • Backfarben lassen nach – Interesse an guter freier Ware keimt auf
  • Viele Vorräte sind aus Qualitätsgründen schon anderweitig verwertet worden
  • Frittenfabriken arbeiten unverändert auf Hochtouren
  • Produktabsatz in Drittländer läuft sehr gut, kaum Konkurrenz aus den USA
Bearish
  • 60,2 Mio. t Kartoffeln aus der EU, fast 8,8 Mio. t mehr als im Vorjahr
  • Vorräte an Verarbeitungsrohstoff, insbesondere in Frankreich, immer noch sehr groß
  • Export von Speisekartoffeln in Richtung Osten und Südosten etwas schwächer

Kassamarkt aber erstmals seit Erntebeginn etwas freundlicher

(AMI) Die Terminmarktnotierungen für Frittenrohstoff legten bis Anfang Februar 2015 etwas zu. Die Spekulation auf höhere Preise hielt aber nicht lange an. Das war zu erwarten. Noch ist es viel zu früh, um verlässliche Hinweise zur Langzeithaltbarkeit der Lagerkartoffeln zu bekommen. Die Vermutung, dass gute Qualitäten am Ende des Wirtschaftsjahres ausgehen, ist reine Spekulation. Vielleicht wird das Angebot zur Fälligkeit des Aprilkontraktes knapper, vielleicht zur Fälligkeit des Junikontraktes oder vielleicht auch überhaupt nicht. Den wieder gedämpften Erwartungen am Terminmarkt stehen seit Mitte Februar Veränderungen am Kassamarkt gegenüber, die erstmals seit Erntebeginn eine aus Erzeugersicht erfreulichere Tendenz widerspiegeln. Die Frittenhersteller nehmen nicht nur Vertragspartien und Übermengen der Vertragspartner auf, sondern ordern sogar etwas vom freien Markt. Zwar sind die Qualitätsansprüche sehr hoch, dafür sind die Einkäufer in einigen Fällen aber auch bereit, den Landwirten ab Station bis zu 4,00 EUR/dt zu zahlen. Da die Landwirte genauso unwissend bezüglich der langfristigen Qualitätsentwicklung sind wie die übrigen Marktteilnehmer, bedienen sie die Nachfrage glatt.

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Auch wenn Kaufinteresse an freier Ware aufkeimt, hat sich der Markt noch nicht grundlegend verändert. Es deutet sich aber an, wohin die Reise gehen könnte. Vielleicht macht am Ende doch die Qualität noch einen erheblichen Unterschied. Darüber, dass gute Qualitäten im Juni schon nicht mehr zu finden sind, wird ja bekanntlich viel spekuliert. Nun kommt es darauf an, wie sich die neue Ernte anlässt. Wann geht es mit den Auspflanzungen los? Erstes Pflanzgut von Speisesorten ist in Niedersachsen, am Niederrhein und im Südwesten seit dem Karne-valswochenende im leichten Sandboden. Auch erste Lady Rosetta dürfte in Baden-Württemberg gepflanzt worden sein. So, wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so lassen sich aus diesen Anfängen auch noch keine Rückschlüsse auf den Start der Vegetation 2015 ziehen. Früher Verarbeitungsrohstoff wird noch nicht gepflanzt und die Wettervorhersa-gen deuten zunächst wechselhafte Witterung mit Regen an.

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