NEPG erwartet 3,4-4 % größere Anbaufläche
(AMI) Das Jahr 2014 verspricht weiterhin eine frühe Ernte von Speise- und Verarbeitungskartoffeln - zumindest in Deutschland. Folienverfrühte Bestände waren schon vor Ostern soweit, dass die Abdeckungen zum Teil abgenommen werden mussten. Im Südwesten war das aber auch der Trockenheit geschuldet, die Landwirte brauchten freie Flächen um beregnen zu können. Die Ernte verspricht nicht nur früh zu starten, möglicherweise beginnen die Erzeuger in den verschiedenen Anbaugebieten Deutschlands auch noch gleichzeitig damit. Das wäre zu verkraften, wenn sie den Rücken frei hätten, also Folgekulturen nicht auch noch zeitig anstehen. Das scheint aber eher nicht der Fall zu sein. Entlastung durch eine Anbaueinschränkung wird auch nicht erwartet. Im westlichen EU-Ausland liegen die Pflanztermine eher normal. Vor warmen Vegetationsbedingungen hatten sie in der Anfangsphase auch profitiert. Das Kartoffelareal in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich und in den Niederlanden - ohne Stärke- und Pflanzkartoffeln - wird von der NEPG, einem internationalen Zusammen-schluss von Kartoffelerzeugern, für 2014 mit 550.000 ha angegeben. Das wären 3,5 % bis 4 % mehr als im Vorjahr. Steigen die Erträge dann noch auf ein gut durchschnittliches Niveau, wird eine relativ große Erntemenge zusammenkommen. Noch bleibt aber viel Zeit, in welcher das Wetter einen Unterschied machen kann.
ZMP Live Expertenmeinung
Nach den Feiertagen hat sich die Nachfrage wieder auf dem vorherigen niedrigen Niveau eingepegelt. Die noch verfügbaren Mengen an heimischen Speisekartoffeln aus Kühlhäusern werden derweil zunehmend überschaubarer. Die Vermarktung alterntiger Kartoffeln aus un-gekühlten Lägern gestaltet sich als sehr schwierig, so dass oft nur noch die Abgabe in Rich-tung Schälbetriebe bleibt. Freie Mengen Frittenrohstoff sind nach wie vor schwer am Markt zu platzieren, da es weiterhin so gut wie keine Nachfrage gibt. Verarbeiter bedienen sich nach wie vor vorrangig an Kontraktware. Der von der AMI ermittelte Frittenindex, gebildet aus den Frittenrohstoffnotierungen des westeuropäischen Auslands und vom deutschen Kassamarkt, hat diese Woche die 10 Euro-Marke unterschritten und folgt damit der schwachen Entwicklung der Terminmarktkurse. Die Preise für Speisekartoffeln sind gegenüber Vorwoche indes weitgehend stabil geblieben, zumal sie oft bis zum Auslaufen deutscher Lagerware und solange die Qualität in Ordnung ist beim Lebensmitteleinzelhandel festgezurrt wurden. Frühkartoffeln, vorrangig aus Ägypten und Zypern, ergänzen zunehmend das heimische Sortiment. Preise der Packer dafür sind ebenfalls weitgehend stabil.