Auch im Wirtschaftjahr 2014/15 fließen mehr Pommes frites an den Weltmarkt
(AMI) Nachdem der Saisonstand der Speisekartoffeleinkäufe privater Haushalte bis einschließlich April 2015 noch über dem des Vorjahres lag, zog ein besonders absatzschwacher Mai das Ergebnis nach unten. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Mai 5,6 % weniger Kartoffeln von den privaten Haushalten eingekauft. Damit fiel der Stand der ersten 5 Monate des Jahres um 0,8 % hinter 2014 zurück. Über den Monat waren die Einkäufe sehr unterschiedlich verteilt. So war die Woche vor Pfingsten ganz besonders absatzstark. Ansonsten weist die GfK-Statistik für den Mai einen Kalendereffekt von minus 3 Tagen aus. Wegen der Feiertage, der Lage der Wochenenden und der Anzahl von Einkaufstagen war der zu erwartende negative Effekt auf die Einkäufe damit so groß wie in keinem anderen Monat in diesem Jahr, was die Bewertung des Ergebnisses etwas relativiert. Der schwache Absatz traf vor allem Frühkartoffeln. Lagerware aus Deutschland verlor insgesamt nur 0,8 % während der Einkauf von importierten Kartoffeln gegenüber dem Mai 2014 gut 14 % verlor. Dabei war der Rückgang der Herkunft Spanien mit 33 % am stärksten, gefolgt von Ägypten mit minus 27 % und Israel mit minus 8 %. Frankreich legte demgegenüber leicht zu.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Frittenkartoffelmarkt bleibt ein Wettermarkt. Mit den jüngsten Niederschlägen in Westeuropa haben sich die Einkäufer der Frittenfabriken wieder vom Markt zurückgezogen. Sie hoffen nun auf bessere Erträge der neuen Ernte, die im Rheinland in der ersten vollen Woche starten dürfte. Auch in Belgien kommt der frühe Frittenrohstoff nun etwas besser voran. Die Sorten der Haupternte bilden mehr Laub, das für die Ertragsbildung im Spätsommer dringend nötig ist. Der Wetterwechsel brachte auch einen Richtungswechsel der Preisentwicklung. Es geht derzeit nicht weiter nach oben. Meistens hält sich das erreichte Preisniveau, teilweise hat es aber auch zu bröckeln begonnen. Für die kommende Woche ist trockenes und heißes Wetter prognostiziert. Damit könnte dann auch die Stimmung am Markt wieder kippen. Dazu kann auch beitragen, dass die Versuchsansteller von PCA in Belgien andeuten, dass das Ergebnis der ersten Ertragsfeststellung bei frühen Sorten deutlich unter dem Mittel der Vorjahre liegen dürfte. Nächste Woche wird es dazu näheres geben.