Weniger Frühkartoffeln in 2016 benötigt, Preise schwach
(AMI) – Die Kartoffelernte in den USA kam zwar im Oktober 2015 flott voran, in einigen Bundesstaaten wird aber noch bis weit in den November hinein gerodet. Das ist dem Umstand geschuldet, dass im Vertragsanbau so viel geerntet wird, das die nicht fürs Lager bestimmte Feldware längst noch nicht überall verwertet werden konnte und die Fabriken die Abnahme schieben müssen. Das wiederum bedeutet, dass die gut gefüllten Läger zunächst nicht benötigt werden und im kommenden Jahr länger als sonst zur Verfügung stehen. Die Michigan Potato Industry Commission meldet, dass die Pommes frites-Hersteller derzeit schon die Kontraktvolumen der Frühjahrsernten in Florida und Texas kürzen. Auch weiter nördlich will man weniger frühen Rohstoff unter Vertrag nehmen. Hält die Qualität, dürften Kartoffeln der Ernte 2015 noch bis weit in den Juni 2016 hinein verarbeitet werden können. Feldware steht momentan noch so reichlich zur Verfügung, dass einige womöglich anderweitig verwertet werden müssen. Die Fabriken sind so reichlich mit Vertragsware eingedeckt, dass sie nur wenig freies Material zusätzlich übernehmen können. Das USDA ermittelt als mittleren Wert für alle Rohstoffverkäufe, die hauptsächlich auf Vertragslieferungen fußen, im September einen Preis von gut 14,00 EUR/dt. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr. Allerdings nur, wenn man den Wert in EUR betrachtet, der vom Wechselkursverhältnis hoch gehalten wird. In US-Dollar startet das Jahr etwas niedriger als 2013/14 und 2014/15.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Erzeuger von Pommes frites-Rohstoff müssen weiterhin auf Lageraufschläge warten, wenn sie nicht Vertragsware liefern. Sie versorgen die Industrie immer noch vorwiegend aus dem Feld und müssen so manche Ladung flotter räumen als gewünscht. Der Druck scheint sich aber abzubauen, so dass die derzeitigen Preise die Chance bekommen in den nächsten Wochen Bestand zu haben. Auf anziehende Preise müssen die Anbieter wahrscheinlich noch länger warten. Inzwischen dürfte sich jegliche Spekulation darauf, dass Ernteverluste im Beneluxraum auftreten könnten, verflüchtigt haben. Angesichts des steigenden Bedarfs der Industrie, der schwächeren Ausbeuten und der Exportchance für Frischware besteht aber immer noch die Hoffnung, dass die Karten nach dem Jahreswechsel nicht nur neu gemischt werden, sondern dass sich dann auch etwas höhere Preise erzielen lassen.