Marktdatenanalyse & Prognosen – 02.01.2026
(Deutschland | EU )
1) Marktübersicht / Market Overview
Der EU‑Kartoffelmarkt bleibt durch ein erhebliches Überangebot geprägt, das aus einer starken Ernte 2025 sowie umfangreichen Lagerbeständen resultiert. Dies hat zu Preisdruck geführt und das Gleichgewicht zwischen Produktion und Nachfrage verschoben.
2) Preisentwicklung / Price Trends (Text‑Table)
| Kategorie / Category | Aktuelle Entwicklung / Current Trend |
|---|---|
| Speisekartoffeln | Preis bei Rekordtief (z. B. Verarbeitungspreise ~45 €/t in frühen 2025/26 Offerten) |
| Verarbeitungs-/Industriekartoffeln EU | Weiterer Abwärtsdruck durch Überangebot; Rückgänge ggü. Vorjahr deutlich |
| Gefrorene Kartoffelprodukte (Import/Export) | Import und Exportpreise weiter auf hohem Niveau im EU‑Markt 2024; Tendenz mittelfristig stabil bis leicht steigend Potatoes |
| Frühkartoffeln DE & Nachbarländedr | Präsenz früher Sorten ausgeweitet, hohe Verfügbarkeit |
3) Angebotslage
Die Ernte 2025 in Deutschland und der EU war weit überdurchschnittlich, was zu einer Marktsättigung führte. Hohe Flächen und gute Erträge haben große Lagerbestände geschaffen, die sowohl den freien Markt als auch Industriebereiche belasten.
4) Großhandel
Auf Großhandelsebene spiegeln Preise das Überangebot wider. In Nord‑ und West‑EU‑Regionen sind die Mengen hoch, bei gleichzeitig geringer Nachfrage in verarbeitenden Industrien.
5) Industrie / Industry
Verarbeitungsbetriebe erleben Preisrückgänge auf Rohstoffseite, was marginale Entlastung bietet, jedoch durch schwache Nachfrage nach Tiefkühl‑ und Convenience‑Produkten relativiert wird. In Segmenten wie Gefrierkartoffeln bleiben Preisindikatoren stark, getragen durch Exportpreisniveaus.
6) Export
Die EU bleibt netto Exporteur von Kartoffeln und Kartoffelprodukten. Gefrorene Produkte zeigen hohe Exportpreise, die 2024 Rekordniveaus erreichten, trotz rückläufiger Volumina ggü. 2023.
Extra‑EU‑Exporte konzentrieren sich auf Märkte wie Nordafrika, Schweiz und UK, während intra‑EU‑Handel weiterhin den Großteil des Volumens ausmacht.
7) Nachfrage / Demand
Die Inlands‑ und Industrienachfrage ist gedämpft angesichts hoher Bestände und preissensibler Abnehmer. Gefrorene Produktauslastung bleibt robust, aufgrund globaler Nachfrage und Preisentwicklung.
8) REKA‑Notierung (sofern verfügbar)
Konkrete aktuelle REKA‑Notierungen für 2026 sind nicht in den verfügbaren Handelstexten enthalten; aktuelle Indikationen deuten jedoch auf ein unterdurchschnittliches Niveau bei Rohkartoffelverarbeitungspreisen hin.
ZMP Live Expertenmeinung
Der EU‑Kartoffelmarkt befindet sich derzeit im Überangebot‑Modus mit schwachen Handelspreisen im Kernsektor, während Export‑ und Gefrierproduktsegmente relative Stabilität zeigen. Deutschland und Nachbarländer spiegeln diese gesamtmarktlichen Trends wider, wobei frühe Saisonware leichte Nachfrageimpulse setzen kann.