1. Angebotslage & Ernte
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Der Markt bleibt durch ein umfangreiches Angebot an Speisekartoffeln geprägt. Freshplaza spricht von einem „weiterhin umfangreichen Angebot“ mit breiter Sortenvielfalt – gleichzeitig ist die Nachfrage zwar freundlich, aber ohne besonderen Schwung. freshplaza.de
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In Schleswig-Holstein haben stabile Wetterbedingungen einen zügigen Rodefortschritt ermöglicht, sodass die Ernte vielerorts kurz vor dem Abschluss steht.
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In manchen Regionen haben Regenperioden zu Qualitätsmängeln geführt, wodurch Teile der Ernte nicht einlagerungsfähig sind oder direkt als Futterware bzw. Biogasware genutzt werden.
2. Preise & Nachfrage
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Die Händlerpreise im Großhandel tendieren weiterhin schwach: Trotz guter Verfügbarkeit und Angebotsbreite konnte die Nachfrage nicht nennenswert belebt werden.
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In Österreich werden für gute Speisekartoffelqualitäten weiterhin bis zu 20 €/100 kg gezahlt – auch hier jedoch ohne Bewegung im Preisniveau zur Vorwoche.
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Für Nordrhein-Westfalen liegen aktuelle Erzeugerpreise vor: Speisekartoffeln (lose, Handelsabgabe) liegen bei 14,00 €/dt für festkochende und mehlig kochende Sorten.
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In Sachsen sanken die Preise für festkochende und mehlig kochende Kartoffeln in KW 39 auf 15,00 €/dt, bei vorwiegend festkochenden Sorten blieb der Preis stabil bei 14,50 €/dt.
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In Hessen liegen die Erzeugerpreise für Kartoffeln (Qualität I) aktuell zwischen 14,00 €/dt und 19,00 €/dt, im Durchschnitt bei etwa 17,25 €/dt.
3. Großhandel, Industrieware & Export
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Der Industriekartoffelmarkt zeigt keine nennenswerte Bewegung – freie Ware findet kaum Abnehmer, und die Verarbeiter akzeptieren überwiegend nur vertraglich angebotene Mengen.
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Im Export und im überregionalen Handel fehlen derzeit Impulse: Da auch in vielen Nachbarregionen gute Ernten erfolgen, besteht kaum Bedarf, große Mengen einzuführen.
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In NRW unterstützen laufende Bevorratungsaktionen im Einzelhandel den Absatz, doch auch diese reichen aktuell nur bedingt aus, um dem Angebotsdruck ganz entgegenzuwirken.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Kartoffelmarkt befindet sich weiterhin im Spannungsfeld hoher Versorgung und zurückhaltender Nachfrage. Die Preise stabilisieren sich nur marginaI, zahlreiche Regionen bleiben unter Druck. Erst mit dem vollständigen Abschluss der Rodungen und einer moderaten Marktnachfrage könnte sich eine leichte Entspannung einstellen — doch das hängt derzeit stark von regionalen Verbrauchstrends und Exportmöglichkeiten ab.