Bei den Speisekartoffeln zeigt sich weiterhin eine ruhige Nachfrage. Die Angebote ab Feld sind weitestgehend geräumt und nur noch selten zu finden. Schälbetriebe zeigen sich weiterhin kaum an freier Ware interessiert und können ihrer Kapazitäten mit kontraktierten Mengen auslasten. Die Nachfrage des LEH ist vergleichsweise gering. Aber auch das Angebot ist überschaubar. Im Bundesmittel zigen die Notierungen zuletzt weiter an. Insbesondere vorwiegend festkochende Sorten konnten in allen großen Erzeugerregionen zuletzt höher notieren. In den Niederlanden läuft der Markt dynamischer. Der LEH bewirbt dort derzeit Kartoffeln und auch das Gaststättengewerbe meldet Bedarfe an.
Am Markt für Verarbeitungskartoffeln zeigten sich unterschiedliche Tendenzen. Während Belgapom und die Reka ihre Notierungen zuletzt unverändert ließen, wurden die niederländischen Handelsspannen und Durchschnittspreise gestern angehoben. Die Rodungen sind fast überall beendet, bis etwas Mitte November rechnen die Marktteilnehmer noch damit, dass direkt von den Felder bzw. aus Feldmieten geordert werden kann. Die Frittenfabriken verarbeiten überwiegend Vertragskartoffeln und sind nur selten an freier Ware interessiert. In den Niederlanden legten die Notierungen für Cat-1 Kartoffeln zwar zu, dennoch werden hier weiterhin nur sehr wenige Umsätze getätigt. Viele Landwirte bieten ihre Waren durchaus gerne an, da sie wegen der hohen Lagerkosten und teilweise mit Qualitätsproblemen gerne auf die Einlagerung verzichten wollen, Abnehmer finden sie dabei nur selten. Das Exportgeschäft der Niederländer läuft hingegen zufriedenstellend. Die Exporteure sind gut ausgelastet und können ihre Mengen bei stabilen Preisen verladen.
An der EEX bewegen sich die Kontrakte für April 23 und April 24 heute deutlich aufwärts. Für den Juni-23-Kontrakt besteht weiterhin kein Interesse.
ZMP Live Expertenmeinung
Am Speisemarkt zeigen die Preise Stabilität an und daran dürfte sich weiterhin auch ersteinmal nicht ändenr. Jedoch könnten die Lagermengen schneller auf den Markt kommen als es viele derzeit erwarten. Am Verarbeitungsmarkt stehen die Notierungen durchaus unter Druck, vor allem weil viele Landwirte die Einlagerung scheuen.