News vom 24.10.25. Aktualisierung siehe Nachtrag unten vom 10.11.26
1. Angebotslage & Erntefortschritt
Die Rodungsarbeiten schreiten in fast allen Anbauregionen Deutschlands planmäßig voran. Das trockene, herbstlich kühle Wetter der vergangenen Tage hat vielerorts günstige Bedingungen für die Haupternte geschaffen. In vielen Regionen ist der Ernteabschluss bereits erfolgt oder steht unmittelbar bevor.
Die Erträge werden weiterhin als gut bis sehr gut beschrieben – sowohl in Menge als auch in Qualität. Einzelne Partien sind jedoch durch Nassperioden oder Lagerdruck von Qualitätsverlusten betroffen, was zu verstärkten Sortier- und Selektionsaufwänden führt. Überschüssige oder nicht marktfähige Ware wird zunehmend an Biogasanlagen oder zur Futterverwertung abgegeben.
2. Preise & Nachfrageentwicklung
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Die REKA-Notierung für Speisekartoffeln ist in dieser Woche stabil geblieben, nachdem sie zuvor mehrfach gesenkt wurde. In NRW lag sie zuletzt bei 16,00 €/100 kg, was vielerorts als Preisuntergrenze angesehen wird.
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Die Großhandelspreise zeigten sich regional uneinheitlich: Während sie in einigen süddeutschen Regionen leicht nachgaben, blieben sie in Norddeutschland stabil.
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Die Verbrauchernachfrage ist insgesamt ruhig, auch wenn das kühlere Wetter punktuell für leicht höhere Nachfrageimpulse sorgte (z. B. Suppenkartoffeln, mehlige Typen).
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Im LEH werden weiterhin preisgünstige Aktionsware und Sondergebinde angeboten – eine Entlastung der Lagerbestände wird dadurch aber nur teilweise erreicht.
3. Industrieware & Exportmärkte
Der Markt für Industriekartoffeln bleibt weiterhin äußerst verhalten.
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Die Verarbeitungsindustrie arbeitet bevorzugt mit vertraglich gebundener Ware.
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Für freie Mengen gibt es kaum Nachfrage; Notierungen bleiben ausgesetzt oder zeigen keinen Trend.
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Auch auf den Exportmärkten bleibt die Nachfrage begrenzt. Vor allem in angrenzenden Märkten wie Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist das Angebot ebenfalls sehr hoch.
Kartoffeln-Aktualisieren,
Nachtrag
Marktbericht Kartoffeln – KW 36 bis KW 44 / Oktober 2025
Zwischen KW 36 und KW 44 war der deutsche Kartoffelmarkt von einem anhaltenden Angebotsüberhang
geprägt. Die Erntebedingungen blieben über weite Strecken günstig, was in fast allen Regionen zu
überdurchschnittlichen Erträgen und hoher Marktzufuhr führte. Die Einlagerung läuft unter hohem
Zeitdruck, wobei Qualitätssicherung zunehmend in den Fokus rückt. Teilweise mussten aufgrund von
Feuchteeinfluss oder optischen Mängeln Mengen an die Futter- oder Biogasverwertung abgegeben
werden.
Die Nachfrage entwickelte sich schleppend. Weder Einzelhandel noch Export konnten den Angebotsdruck
kompensieren. Zwar stützten Werbeaktionen in KW 40–43 zeitweise den Absatz, doch der Effekt blieb
regional begrenzt. Auch die verarbeitende Industrie konzentrierte sich nahezu ausschließlich auf
Vertragsware; freie Industriekartoffeln blieben vielfach ohne Abnehmer. Die REKA-Notierung für
Speiseware gab bis KW 41 kontinuierlich nach, bevor sie sich bei 16,00 €/dt stabilisierte – ein Niveau, das
von vielen als vorläufiger Preisboden interpretiert wird.
Großhandelspreise zeigten in KW 43/44 regionale Unterschiede: Während sich die Notierungen im Süden
leicht befestigen konnten, blieben sie im Norden schwach. Der Export blieb aufgrund ebenfalls guter
Ernten in den Nachbarländern (z. B. Frankreich, Belgien, Niederlande) verhalten.
Fazit: Der Markt bleibt auch in KW 44 überversorgt. Die Preisstabilisierung auf niedrigem Niveau ist
brüchig, eine echte Entlastung ist erst mit sinkenden Mengen oder anziehender Nachfrage zu erwarten.
Entscheidend für die kommenden Wochen bleibt die Qualität der eingelagerten Ware sowie die
Verkaufsstrategie der Erzeugerbetriebe.
ZMP Live Expertenmeinung
In den kommenden Wochen dürfte das Marktgeschehen stark von der Lagerfähigkeit der geernteten Ware und den saisonalen Absatzmöglichkeiten abhängen. Preislich scheint der Boden bei Speiseware erreicht, eine nachhaltige Erholung ist jedoch nicht in Sicht, solange Industrieware und Export keine Impulse liefern. Die kommenden Wochen sind entscheidend für die Einlagerung und Qualitätserhaltung – hier entscheidet sich, wer seine Ware später noch erfolgreich vermarkten kann.