An der Terminbörse in Leipzig zeigen sich heute keine Umsätze für Verarbeitungskartoffeln. Im April-23 Kontrakt stehen sich Käufer und Verkäufer dafür auch zu weit auseinander. Während sich die Käufer bei 25,10 Euro/dt positioniert haben, stehen die Verkäufer bei 25,70 Euro/dt. Auch im Apri-24-Kontrakt liegen zwischen Geld- und Briefkurs 50 Cent je Dezitonne.
Am Markt für Verarbeitungskartoffeln in Deutschland ist die Lage weiterhin unverändert ruhig. Die Fabriken suchen nur sehr vereinzelt freie Mengen, in einzelnen Gebieten wird aber über ein leichtes anziehen der Nachfrage berichtet. Insbesondere Innovator sei gesucht, heißt es, die Reka hob die Notierung darum auch auf 26 Euro/dt an. In Belgien zeigt sich ebenfalls ein sehr ruhiger Geschäftsverlauf. Die Fabriken fragen auch hier wenig nach und wegen der hohen Lagerkosten bieten mehr und mehr Landwirte ihre Waren an. Eher verhalten zeigen sich auch die belgischen Exporte in Drittstaaten. In Frankreich zeigen sich stabile Preise für Verarbeitungskartoffeln. Auch hier ist die Nachfrage nach freien Partien sehr verhalten. Anders als in Deutschland und Belgien bieten die Erzeuger ihre eingelagerten Waren allerdings noch nicht umfangreich an. Auch hier ist vor allem die Sorte Innovator gefragt, für weitere Sorten besteht in Frankreich ebenfalls ein wirklicher freier Markt.
Am Speisemarkt stehen die Vorzeichen ebenfalls auf unverändert. Die Notierungen halten sich überall auf dem in der Vorwoche erhöhtem Niveau. Anders als die Erzeuger von Verarbeitungskartoffeln drängen die Speiseerzeuger nicht mit ihren Lagerwaren auf den Markt. Die angebotenen Mengen sind darum überschaubar. LEH und auch der Direktabsatz laufen saisontypisch aktuell ruhiger. Verkaufsaktionen gibt es aktuell nicht.
Kartoffeln-Aktualisieren,
Update Kartoffeln vom Dienstag, 15.11.2022
Die Nachfrage nach Speisekartoffeln stellt sich zuletzt wieder besser und dynamischer dar. Da die Rodungen abgeschlossen sind, ist das Angebot entsprechend begrenzt. Gesuchte, aber nur knapp verfügbare durchgeschwitze Lagerwaren halten deren Notierungen auf stabilem Niveau. Die Nachfrage aus Osteuropa zeigt sich hingegen eher unterdurchschnittlich und verhalten. Hier kommt es mitunter zu deutlichen Preisdiskussionen. Die Schälbetriebe konzentrieren sich weiterhin auf die Abwicklung kontraktierter Mengen.
Bei den Verarbeitungskartoffeln läuft die Verladung aus Feldmieten und Notlagern weiter kontinuierlich. Die Fabriken arbeiten dem Vernehmen nach mit hohen Kapazitäten, fragen aber dabei kaum freie Waren an, Übermengen können im Rahmen der Verträge jedoch meistens abgeliefert werden. Chipsfabriken sind derweil durchaus auf der Suche nach entsprechend geeigneten Knollen. Insgesamt, so die Erwartung vieler Marktteilnehmer dürfte die Nachfrage nach freien Partien aber nicht vor Februar in Gang kommen. Die Reka beließ am vergangenen Freitag ihre Notierungen für Fontane stabil. Die Notierung für Innovator konnte sich jedoch um 2 Euro/dt auf 26 Euro verbessern. PotatoNL belies ihre Notierung für Cat.-1-Kartoffeln gestern bei 23-26 Euro/dt und damit unverändert zur Vorwoche. Nach vorläufigen Zahlen der belgischen Statistikbehörde wird die Erwartung einer kleinen Kartoffelernte in dem Land bestätigt. Trotz einer nahezu unveränderten Anbaufläche von 92.000 Hektar werden mit einer Kartoffelernte von 3,5 Mio. Tonnen rund 400.000 Tonnen weniger Kartoffeln erwartet als im Vorjahr. Im Rekordjahr 2018 hatten die belgischen Landwirte 4,4 Mio. Tonnen Kartoffeln von den Feldern geholt.
Bei schwachen Umsätzen gestern und heute zeigen sich die Knollen am Terminmarkt schwächer.
ZMP Live Expertenmeinung
Ruhig- so lassen sich die Märkte sowohl für Verarbeitungswaren als auch für Speisekartoffeln beschreiben. Daran drüfte sich ersteinmal so schnell auch nichts ändern. Tendenziell steht der Verarbeitungsmarkt wegen der Abgabebereitschaft der Landwirte und dem geringen Bedarf der Fabriken unter Druck. Die Speisekartoffeln bleiben unverändert stabil.