Marktüberblick
Das Marktgeschehen für Speisekartoffeln bleibt auch in dieser Woche unverändert. Hierzulande sind die Kartoffelläger noch voller, als im Vorjahr zu dieser Zeit. Das Angebot ist viel zu groß für die saisonbedingt ruhige Nachfrage. Es finden nur wirklich einwandfreie Partien überhaupt einen Abnehmer. Dieses Überangebot macht die Forderung nach Lageraufschlägen, die für eine kostendeckende Vermarktung dringend erforderlich wären, unmöglich.
1. Preisentwicklung
Speisekartoffeln DE (Beispielregion SH, gesackt – Großhandelsabgabe / Erzeuger lose):
Segment / Notierung (DE) | KW8 Trend
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Erzeugerpreis lose frei Rampe (festkochend) 10,00–14,00 €/dt
Erzeugerpreis lose frei Rampe (vorw. festkochend) 10,00–13,00 €/dt
GH-Abgabepreis gesackt (festkochend) 34,00–39,00 €/dt
GH-Abgabepreis gesackt (vorw. festkochend) 34,00–38,00 €/dt
Verarbeitungs-/Indexsignal EU:
Ein breit genutzter Referenzpreis ist der European Processing Potato Index (EPPI/EPPI-Methodik), der Notierungen aus DE/FR/BE/NL zu einem Marktpreis für Industriekartoffeln bündelt.
Termin-/Benchmark-Signal (EU, kurzfristig):
Der frei beobachtbare Benchmark notierte am 18.02.2026 bei rund 3,10 €/100 kg (starker Monats- und Jahresrückgang).
2. Angebotslage
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Überangebot bleibt Kernfaktor: Lager „noch voller als im Vorjahr“, Angebot „viel zu groß“ für die saisonal ruhige Nachfrage.
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Struktureller Rückenwind durch Rekordernte: außergewöhnlich große Verfügbarkeit 2025/26 und begrenzte Absatzmöglichkeiten.
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Qualität als Engpass: Nur „wirklich einwandfreie Partien“ finden Abnehmer; mit fortschreitender Lagerdauer steigt das Risiko von Absortierungen.
3. Großhandel
Der Großhandel berichtet von unveränderter Marktlage: ruhiger Absatz, hohe Lager, starke Selektivität bei der Ware. Preisforderungen für Lageraufschläge lassen sich unter dem Überangebot kaum durchsetzen.
4. Industrie
Das Verarbeitungssegment bleibt preislich unter Druck, da reichliche Rohstoffverfügbarkeit auf verhaltene Nachfrageimpulse trifft. Zusätzlich wirkt der hohe Zusammenhang der EU-4-Notierungen im EPPI dämpfend: Preisimpulse aus einzelnen Ländern übertragen sich schnell auf den Gesamtindex.
5. Export
Im EU-Binnenmarkt bleibt der Handel funktional, jedoch begrenzen das niedrige Preisniveau und die reichliche EU-Verfügbarkeit den Spielraum für signifikante exportgetriebene Preisstützung. (Hinweis: Der Bericht fokussiert auf DE/EU; US-Signale werden nur bei direkter Relevanz ergänzt.)
6. Nachfrage
Die Nachfrage bleibt saisonal ruhig; zusätzliche Impulse werden kurzfristig nicht erwartet. Einzelne Abnehmersegmente (z. B. Großküchen/Kantinen) können punktuell stützen, reichen aber nicht zur Marktbereinigung.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Kartoffelmarkt in Deutschland und Europa bleibt Anfang Februar 2026 klar angebotsgetrieben. Rekordernten und ausgeweitete Anbauflächen im Jahr 2025 führten zu strukturellem Überangebot und anhaltendem Preisdruck, nachdem bereits im Jahresverlauf 2025 deutliche Preisrückgänge beobachtet wurden.
Aktuelle Branchenmeldungen bestätigen weiterhin einen deutschlandweiten Preissturz gegenüber dem Vorjahr infolge hoher Erntemengen.
Eine tragfähige Preiserholung ist ohne sichtbaren Abbau der Lagerüberhänge bzw. deutliche Nachfrageimpulse unwahrscheinlich.