1. Marktgeschehen & Angebotslage
Deutschland & Europa – Präsenzlager & Sortimente
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Der Markt wird weiterhin dominiert von einem reichlichen Angebot an Speisekartoffeln, hauptsächlich lagerfähige Ware. Die Palette wurde auch durch ausländische Partien ergänzt, darunter italienische Sieglinde und zyprische Sorten. Die Qualität der Ware ist in der Regel gut, mit regionalen Ausnahmen wie Hamburg, wo einzelne Sorten geschmacklich nicht vollständig überzeugen konnten.
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Weihnachtliche Verkaufsaktionen haben die Nachfrage leicht angekurbelt, insbesondere in Hofläden und im LEH‑Bereich. Dennoch bleibt der Angebotsüberhang bestehen.
Preisentwicklung
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Die Großhandelspreise für Speisekartoffeln verharren auf einem sehr niedrigen Niveau. Selbst bei hochwertigen Chargen sind Preiserhöhungen kaum erkennbar, da das Angebot den Bedarf übersteigt.
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Auch die Terminbörsen zeigen kaum Bewegung; es findet derzeit wenig Handel statt. freshplaza.de
Industrieware
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Die Nachfrage nach Industriekartoffeln, z. B. zur Herstellung von Pommes und Chips, bleibt schwach–deutlich unter den Erwartungen, da verarbeitende Betriebe nicht ausgelastet sind.
2. Breiterer Kontext: Überangebot und Marktstruktur
Mehrere Marktbeobachter beschreiben 2025 als eine Phase der deutlichen Überproduktion mit globalen Auswirkungen:
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Europa hat 2025 eine starke Flächenausweitung und Rekordernten erzielt – insbesondere im Kerngebiet (Belgien, Niederlande, Frankreich, Deutschland). Dies hat zu einem starken Überangebot geführt, das freie Marktpreise nach unten drückt und Vorräte in Lagerhäusern anhäuft.
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Die Folge: freie Marktpreise sinken deutlich, Bestände stauen sich, und große Mengen werden in Futter, Biogas oder Kompostierung umgelenkt, wenn sie keine Abnehmer finden.
Diese „Potato Flood 2025“‑Situation wirkt wie ein systemischer Schock, bei dem Produktion und Nachfrage kurzfristig entkoppelt sind.
3. Nachfrage & Exportlage
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In vielen europäischen Märkten bleibt der Export schwach – da auch Nachbarländer große Erträge eingefahren haben, fehlt es an Nachfrage aus dem Ausland.
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Vorweihnachtliche Aktionen im Binnenmarkt haben punktuelle Nachfrageimpulse gebracht, aber sie sind nicht stark genug, um den Überhang nachhaltig zu reduzieren.
ZMP Live Expertenmeinung
Für die kommenden Wochen bleibt der Markt überwiegend von einem hohen Angebot bei stabil bis schwachen Preisen geprägt. Eine trendstarke Entspannung ist nicht erkennbar, solange die Nachfrage im LEH und die Exportaktivität auf dem aktuellen Niveau bleiben.