23.
01.26
Kartoffel Markttendenzen – KW 4 / 19. bis 25. Januar 2026

Kartoffeln News, 23.01.2026

Bullish
  • Direktvermarktung und Ab‑Hofpreise können regionale Stützpunkte schaffen — etwa bei hochwertiger Ware oder kleinen Abnehmern.
  • Winterkonsum und saisonaler Bedarf kann punktuelle Nachfrageimpulse setzen.
Bearish
  • Überangebot setzt weiterhin den Preisrahmen nach unten.
  • Geringe Industrienachfrage und stagnierende Terminpreise.
  • Exportaktivität bleibt überschaubar, da viele Märkte gut versorgt sind.

1. Angebots‑Nachfrage‑Situation

Das Angebot an Speisekartoffeln bleibt in Deutschland und Europa weiterhin deutlich über der Nachfrage. Selbst nach dem saisonalen Weihnachts‑ und Anfangs‑Jahresgeschäft zeigen Marktpreise und Händlerberichte nur geringe Bewegung nach oben. Die Situation ist geprägt von:

  • Großen Lagerbeständen im Inland – trotz laufender Vermarktung bleibt die verfügbare Ware reichlich.

  • Ruhiger Nachfrage im LEH, die saisonal zwar vorhanden ist, aber nicht ausreicht, um den Angebotsüberhang aufzubrechen.

  • Exportmärkten ohne starke Nachfrageimpulse, da auch Nachbarländer gut versorgt sind.

Zusammengefasst: Die Angebotsseite übersteigt weiterhin deutlich die Nachfrage — ein dominantes Merkmal der Entwicklung in KW 4.


2. Preisentwicklung & Erzeugerpreise

Laut Marktberichten der Landwirtschaftskammern liegen die Erzeugerpreise in KW 4/2026 weiterhin stabil bis leicht rückläufig:

  • Speisekartoffeln (festkochend): ca. 10,00 – 14,00 €/dt

  • Speisekartoffeln (vorwiegend festkochend): ca. 10,00 – 13,00 €/dt

  • Es gibt kaum nennenswerte Preisbewegungen gegenüber der Vorwoche; das Preisniveau verharrt eher seitwärts.

Interpretation: Die Preise bleiben trotz saisonaler Nachfrageimpulse im Januar unter Druck, da Angebot und Lagerbestände dominieren.


3. Industrieware & Terminmarkt

Marktteilnehmer berichten, dass:

  • Freie Industriekartoffeln weiterhin kaum Nachfrage erfahren.

  • Terminpreise an der EEX für Industrieware stagnieren oder zeigen nur geringe Aktivität — Handel und Preisfindung bleiben verhalten.

  • Die Verarbeitungsindustrie konzentriert sich weiter auf vertragliche Abnahme, was freie Ware zusätzlich dämpft.

Interpretation: Die Verarbeitungs‑ bzw. Industriewarenpreise bleiben niedrig, da der Überhang im Spot‑ und Vertragsmarkt anhält.

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ZMP Live Expertenmeinung

In der vierten Kalenderwoche zeichnet sich eine weitgehend stabile, aber schwache Preissituation ab. Trotz saisonalen Konsums bleiben die Preise auf niedrigem Niveau, da das Angebot den Bedarf übersteigt. Verarbeitungssektor und Export zeigen keine nennenswerte Belebung — Industrieware bleibt unter Druck. Für Produzenten bleibt es essenziell, auf Qualität, differenzierte Vermarktungswege und Direktkanäle zu fokussieren, um Margendruck zu reduzieren und Lagerware marktfähig zu platzieren.

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