Im Süden Deutschlands haben die ersten Landwirte mit der Pflanzung von Frühkartoffeln begonnen und beginnen damit etwas früher als sonst mit dem Anbau. Für die kommende Woche sind Fröste gemeldet, weshalb die Aktivitäten bei den Frühkartoffelpflanzungen recht schnell wieder zu erliegen kommen dürften. Die Notierungen für Speisekartoffeln bleiben unverändert. Geforderte Aufschläge lassen sich nicht durchsetzen. Einzig in den südlichen Bundesländern wird von Aufschlägen für Kistenkühlwaren berichtet. Die Absätze in Richtung Lebensmitteleinzelhandel sind auch wegen vereinzelter Werbeaktionen derzeit zufriedenstellend. Mit Ausnahme der Karnevalshochburgen sind die Packer zufrieden mit den Geschäften. Für Aufschläge insbesondere in Nord- und Westdeutschland ist der Speisemarkt jedoch weiterhin zu ausgeglichen.
Die Nachfrage nach Pommes-Kartoffeln hat zuletzt weiter an Dynamik verloren. Insbesondere die heimischen Fabriken sind gut mit Waren eingedeckt und suchen, wenn dann für spätere Liefertermine im April und Mai noch nach freien Mengen. Die Belgischen Käufer sind weiterhin aktiv, haben aber aufgrund guter mengenmäßiger Geschäfte ihre Nachfrage auch deutlich zurückgefahren. In Belgien selbst ist dem Vernehmen nach die Lagermenge nicht mehr besonders groß, gleichzeitig stellt sich aber weiterhin ein gute Exportnachfrage nach TK-Produkten aus dem Land ein. Belgapom belässt die Notierungen heute auf dem erreichten Niveau.
Am Terminmarkt deuten sich deutlich geringere Preise an. Auch heute geben die Kontrakte für April 23 wieder nach. Käufer spekulieren durchaus darauf, dass wegen der aktuellen guten Versorgung der Fabriken der Auslagerungsdruck bei den Erzeugern zunimmt, während die Verkäufer eine knappe Versorgungslage zum Ende der Vermarktungssaison erwarten.
Kartoffeln-Aktualisieren,
Update Kartoffeln vom Dienstag, 28.02.2023
Die Notierungen für Verarbeitungskartoffeln zeigen sich stabil. Nachdem Reka, Belgapom und die RNM in der letzten Woche ihre Preisfeststellung unverändert gelassen haben, bleiben auch die niederländischen Notierungen stehen. Die Verarbeiter zeigen sich fürs erste gut versorgt, Kaufinteresse besteht aber durchaus noch für Lieferungen im Mai diesen Jahres. Chips-Hersteller sind weiterhin am Markt aktiv, die Verarbeitung läuft überall auf Hochtouren. Insgesamt aber hat sich das rege Treiben der letzten Wochen jedoch in Deutschland, genauso wie in anderen europäischen Ländern, deutlich beruhigt. Wie der niederländische Anbauverband VTA mitteilt, haben seine Mitglieder ihre freien Mengen überwiegend verkauft. Gegenüber dem Vorjahr sind die freien Mengen um 13 Prozent geringer, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt sogar um 20 Prozent. Die Kartoffelvorräte fallen zwar insgesamt höher aus al im letzten Jahr, dafür sind viele eingelagerte Knollen aber bereits bis Mitte Februar verkauft worden. Insbesondere die belgische Nachfrage hat zu einem deutlichen Abschmelzen der niederländischen Lagervorräte an freien Mengen geführt.
Am Speisemarkt fehlt es an nachhaltigen Impulsen. Zwar sind Schälbetriebe nach langer Abwesenheit wieder am Markt aktiv und suchen aktiv freie Mengen, jedoch schwächelt die Exportnachfrage in Richtung Afrika aktuell etwas und aus Osteuropa fehlt es an effektiven Nachfragemengen. Im Lebensmitteleinzelhandel können vor allem durch Werbeaktionen günstigere Kartoffeln schnell vermarktet werden. Anziehende Notierungen oder Aufschläge für Kistenkühlwaren sind weiterhin nicht in Sicht. In Süddeutschland ergänzen mehr und mehr französische Knollen das Angebot in den Supermärkten und angekündigte Lieferungen aus Israel und Ägypten sorgen dafür, dass die Versorgungslage weiterhin unkritisch ist.
An der EEX zeigen sich die Kontrakte heute unverändert, der April 23 konnte jedoch gestern leicht zulegen.
ZMP Live Expertenmeinung
Am Speisemarkt fehlt es weiterhin - vor allem im Norden und Westen - an nachhaltigen Impulsen. Der Marktverlauf bei den Verarbeitungskartoffeln hat sich ebenfalls beruhigt. Die Restmengen in den Lagern dürften mittlerweile gering sein, die Wetterbedingungen und die hohen Lagerkosten könnten aber früher und oder später zu einem größeren Auslagerungsdruck und damit einem Angebotsüberhang führen.