1. Marktgeschehen & Angebotslage
Der Speisekartoffelmarkt präsentiert sich in der neunten Kalenderwoche 2026 weiterhin in einer übermäßigen Versorgungssituation. Die Lagerbestände aus der Ernte 2025 liegen deutlich über dem Vorjahresniveau, sodass sich an der strukturellen Marktlage wenig verändert hat.
Die saisonal ruhige Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel reicht nicht aus, um den Angebotsüberhang spürbar zu reduzieren. Entsprechend bleibt die Vermarktungssituation angespannt. Absatz finden nahezu ausschließlich qualitativ einwandfreie Partien, während Ware mit Mängeln nur eingeschränkt marktfähig ist.
Lageraufschläge lassen sich unter diesen Rahmenbedingungen weiterhin kaum durchsetzen, was die Wirtschaftlichkeit der Einlagerung zusätzlich belastet.
2. European Processing Potato Index (EPPI)
Der European Processing Potato Index (EPPI) notiert in KW 9 bei rund 6,2 €/dt.
Damit bestätigt der Index das anhaltend niedrige Preisniveau im Industriewarensegment. Die Verarbeitungsindustrie agiert weiterhin zurückhaltend und konzentriert sich primär auf vertraglich gebundene Mengen. Freie Industrieware findet nur begrenzt Absatz.
Die Entwicklung des EPPI unterstreicht somit die strukturelle Schwäche im Verarbeitungsmarkt.
3. Regionale Erzeugerpreise (€/dt)
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Norddeutschland: 10–14 €/dt
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Nordrhein-Westfalen: ca. 16 €/dt
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Sachsen: 14–15 €/dt
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Bundesdurchschnitt: ca. 13,7 €/dt
Die Preisbewegung bleibt insgesamt seitwärts bis leicht schwach. Regionale Unterschiede ergeben sich weiterhin vor allem durch Qualität, Sortierung und Vermarktungsweg.
ZMP Live Expertenmeinung
In KW 9/2026 bleibt der Kartoffelmarkt stabil, jedoch auf niedrigem Preisniveau.
Eine nachhaltige Preiserholung ist kurzfristig nicht zu erwarten, solange Angebot und Nachfrage nicht stärker ins Gleichgewicht kommen. Impulse wären insbesondere aus dem Export oder einer Belebung der Verarbeitungsindustrie erforderlich.
Entscheidend bleibt weiterhin die Qualität der Lagerware sowie eine differenzierte Vermarktungsstrategie.