Im Juni wurden von den privaten Haushalten im Vergleich zur Vorjahreswoche deutlich weniger Kartoffeln gekauft (-7,2%). Insgesamt sind damit die Einkäufe der Verbraucher verglichen mit der Vorjahresmenge um 0,4 % zurückgegangen. Mit Blick auf dem Mai hat sich der Absatz deutlich reduziert. Hier wurde bisher so viel Knollen eingekauft wie noch nie in den Vorjahren. Für den Rückgang im Juni machen die Marktbeobachter vor allem, dass die Feiertage schon früh in diesem Jahr waren und auch die Temperaturen verhältnismäßig hoch waren, sodass im LEH weniger Ware abgesetzt werden konnte. Neue Angebote und Sonderaktionen soll den Absatz im LEH in den nächsten Wochen wieder ankurbeln.
Am Verarbeitungsmarkt haben die Belgier begonnen die frühen Sorten zu verarbeiten. Damit hat sich die angespannte Versorgungslage zwar etwas gebessert und die Preise zeigten sich leicht schwächer, dennoch stehen die Verarbeiter Schlange und bemühen sich um die freien Partien. Zudem wird davon berichtet, dass aufgrund unzureichender Größen und einigen Qualitätsproblemen zu Verzögerungen kommt. Die Erträge der frühen Sorten zeigten sich bisher sehr heterogen. Von 20 bis 25 Tonnen je Hektar wurde auf nicht beregneten Flächen berichtet. Bis zu 40 Tonnen konnten von den Feldern mit Beregnungsanlagen geholt werden. Auch hierzulande sind kaum noch alterntige Knollen zu finden. Regional können zwar Frühkartoffeln schon geerntet werden, insgesamt werden die heimischen Angebote aber weiterhin von den Importkartoffeln ergänzt.
Kartoffeln-Aktualisieren,
Kartoffel-Update vom 01.08.2023
Der Kartoffelmarkt hat in den vergangenen Wochen unter den schwierigen Wetterbedingungen gelitten. Nachdem es vor allem in vielen Regionen wochenlang zu trocken und warm war, scheint das Wetter derzeit alles andere als sommerlich. Besonders in der vergangenen Woche fielen, mit regionalen Unterschieden, viel Regen. Die Rodearbeiten konnten vielerorts nicht mehr weiter gehen und auch aktuell stehen die Maschinen auf den Feldern oft still. Dadurch steigt allmählich der Krankheitsdruck in den Beständen. Es wird von Kraut- und Knollenfäule. Dazu kommen weitere Probleme wie Durchwuchs und Wiederaustrieb. Erzeuger befürchten zudem, dass die Knollen kaum noch genug wachsen und es zusätzlich besonders Qualitätseinbußen bei der Stärke kommen könnte. Grundsätzlich wird zwar mit einer soliden Erntemenge gerechnet, die aber unter den derzeitigen Bedingungen an Qualität einbüßen könnte. Die Verfügbarkeit sowohl an Speise-, also auch Verarbeitungskartoffeln ist weiter zurück gegangen. Doppelnutzungssorten können oftmals aufgrund zu geringer Unterwassergewichte nicht genutzt werden, sodass die Verarbeiter teils Last haben ihren Bedarf zu decken. Bei den Speiseknollen zeigt sich zudem das Sommerloch nicht so stark wie zu Beginn der Ferienzeit befürchtet und der LEH versucht mit gezielten Sonderangeboten den Absatz nochmal anzukurbeln.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf dem Kartoffelmarkt hat sich den vergangenen Tagen nur wenig getan. Regional werden die frühen Sorten geräumt. Aufgrund fehlender Gewichte und Qualitäten kommt es jedoch immer wieder zu Verzögerungen, sodass auch weiterhin die Versorgung knapp ausfällt. Damit kann das Preisgefüge sich weitestgehend auf dem vorhanden Niveau weiter durchsetzen.