Markttendenzen – KW 5 / Januar 2026
1. Angebotslage & Nachfrage (Deutschland & EU)
Der Kartoffelmarkt zeigt sich auch in KW 5 weiterhin von hohem Angebotsüberhang geprägt, ohne spürbare Änderung gegenüber den Vorwochen.
-
Die aktuellen Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in Deutschland werden wieder im Bereich von etwa 10,00 – 14,00 €/dt (festkochend) und 10,00 – 13,00 €/dt (vorwiegend festkochend) angegeben – ohne nennenswerte Bewegung im Wochenvergleich.
-
Trotz saisonaler Nachfrageeffekte und einzelner Verkaufsaktionen im LEH bleibt die Nachfrage moderat, da die Lagerbestände weiterhin umfangreich sind.
-
Auch im europäischen Vergleich zeichnet sich ein überversorgter Markt ab: Österreich meldet ausreichend gute Lagerware bei stabilen Preisen und ruhigem Absatz, wobei Exportpreise unter dem heimischen Niveau liegen.
In NRW sind die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln im Bereich um 16,00 €/dt stabil, während Industriekartoffeln weiterhin kaum Absatz finden – freie Industrieware wird sehr günstig oder gar nicht gehandelt.
2. Preisentwicklung & Großhandel
Der freie Großhandel bleibt von stabil niedrigen Preisniveaus geprägt. Laut den Daten der Landwirtschaftskammer Schleswig‑Holstein veränderten sich die Großhandelsnotierungen zuletzt kaum.
Erzeugerpreise (Großhandel/Erfasserlager) KW 5:
-
Festkochend: 10,00 – 14,00 €/dt
-
Vorw. festkochend: 10,00 – 13,00 €/dt
Verbraucherpreise im LEH liegen entsprechend bei etwa 0,39 – 1,99 €/kg, je nach Verpackungsgröße.
3. Industrieware & European Processing Potato Index
Für das Industriewaren‑Segment (z. B. Pommes/Chips) bestätigt sich das schwache Preisniveau:
-
Laut Handelsdaten lag der European Processing Potato Futures für April 2026 weiterhin auf sehr niedrigem Niveau mit etwa 4,90 €/100 kg Ende Januar 2026 – ein Indikator für verarbeitungswarenbezogene Preisentwicklung.
Der EPPI‑Index als Benchmark wird saisonal fortgeführt, und die zuletzt verfügbare Veröffentlichung vom 08.01.2026 bleibt eine relevante Referenz. Der niedrige Indikatorwert untermauert die geringe Kaufbereitschaft der Verarbeiter und den Überhang an Industrieware in Europa.
4. Nachfrageverhalten & Exportperspektive
🔎 Inland (Deutschland): Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel bleibt in KW 5 ruhig, punktuelle Kaufimpulse durch Rabattaktionen im LEH führen nur zu temporären Effekten.
🔎 Export: Keine wesentlichen Impulse – viele Nachbarländer sind gut versorgt und reduzieren Importbedarf.
🔎 Verarbeitung: Verarbeiter fokussieren auf Vertragsmengen; freie Lose sind schwer absetzbar.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Kartoffelmarkt bleibt in KW 5/2026 von einem stabilen, aber niedrigen Preisumfeld und einem anhaltenden Angebotsüberhang geprägt. Die Nachfrage im Inland stellt nur begrenzte Entlastung dar, während Industriewarenpreise und Exportaktivität auch weiterhin schwach sind. Eine spürbare Preisdynamik nach oben ist in dieser Woche nicht erkennbar.