14.
03.14
Werden Frühkartoffeln knapp?

Kartoffeln Cockpit, 14.03.2014

Bullish
  • Russland bindet große Mengen Frühkartoffeln an sich
  • Kartoffelexporte nehmen langsam an Fahrt auf
  • Vorräte in Westeuropa, insbesondere in den Niederlanden und Deutschland, eher klein
  • Rege Frittenherstellung, Drittlandsexporte tendieren in Richtung Vorjahresrekord
  • EU 28-Ernte 2013 nur 51,5 Mio. t - sogar weniger als im Vorjahr
Bearish
  • Frühkartoffelauspflanzungen erfolgen in Niedersachsen früh unter besten Bedingungen
  • Nachfrageimpulse noch nicht so kräftig wie im Herbst erwartet
  • Erfolgreiche Einkaufsstrategie der Verarbeiter: Kontraktbestand bleibt sehr hoch
  • Frittenfabriken mit vollen Produktlägern

Russlands Kartoffelbedarf bewegt Markt anders als gedacht

(AMI) Die Kartoffelvermarktung 2013/14 startete mit der Erwartung von Nachfrageimpulsen aus Russland, welche die Hausse im Herbst weiter tragen könnten. Witterungsbedingt gab es im vergangenen Jahr im europäischen Teil des EU-Nachbarn schließlich größere Ernteausfälle. Dass die Kartoffelexporte nach Russland aber im Winter klein bleiben dürften, kam nicht überraschend. Das phytosanitär begründete Importverbot Russlands wird wohl auch weiterhin den Lieferstrom eindämmen, macht aber gleichzeitig den Weg für riesige Zufuhren von Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum frei. Längst treffen regelmäßig Lieferungen aus Israel, Marokko und vor allem Ägypten ein. Aus dem Land am Nil gibt es dazu auch Daten: Bis zum 10. März 2014 lieferten die Kartoffelexporteure bereits 67.500 t. In 2013 flossen in der gleichen Zeit nur 7.000 t. Für Russland ist der März normalerweise erst der zaghafte Beginn größerer Importe, die sich mindestens bis in den Mai fortsetzen. Das lässt für die Verfügbarkeit von Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum für die EU nichts Gutes erwarten, es sei denn der Importbann auf hiesige Lagerware wird doch noch aufgehoben. Übrigens dürften auch Frühkartoffeln aus Südeuropa nicht überreichlich in Richtung Norden fließen. Spaniens Frühkartoffelareal ist so klein wie im Vorjahr geblieben, Portugals Anbau hat sich erheblich verspätet und der in Italien ausgedehnte Anbau zielt nicht unbedingt auf Westeuropa.

Werden Frühkartoffeln knapp?
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ZMP Live Expertenmeinung

Nachfrageimpulse werden den EU-Kartoffelmarkt demnächst noch bewegen. Dass in Russland 2013/14 Kartoffeln fehlen, war von Anfang an klar. An Auswirkungen auf den hiesigen Markt wie 2010/11 hat aber niemand geglaubt. Für den Winter war es richtig, genau das anzunehmen. Nun könnte sich das Blatt aber wenden. Ein jetzt schon riesiger Zustrom von Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum lässt Spannung aufkommen. Werden hiesige Vorräte später im Osten doch noch umfangreicher gebraucht? Die politisch und wirtschaftlich unsichere Lage in der Ukraine, über welche Verkäufe abgewickelt werden könnten, ist dabei aber ein Problem. Ob die Lage am Speisemarkt das Frittenrohstoffgeschäft tangieren wird, bleibt auch noch abzuwarten. Derzeit sind die Fabriken gut mit Vertragsware eingedeckt und die neue Ernte 2014 könnte sowohl in Belgien als auch in Deutschland früh greifbar sein.

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