21.
02.14
Kartoffelvorräte in Belgien zu klein?

Kartoffeln Cockpit, 21.02.2014

Bullish
  • Russland beim Pflanzgutimport kompromissbereit, Konsumware später behandelt
  • Kartoffelversand von Nordwest- nach Südosteuropa wächst – aber ohne Deutschland
  • EU 28-Ernte 2013 nur 51,5 Mio. t - sogar weniger als im Vorjahr
  • Große Frittenherstellung, Drittlandsexporte tendieren in Richtung Vorjahresrekord
Bearish
  • Kräftige Nachfrageimpulse lassen auf sich warten
  • Erfolgreiche Einkaufsstrategie der Verarbeiter: Kontraktbestand bleibt sehr hoch
  • Frittenfabriken in Deutschland und Westeuropa drosseln Verarbeitung etwas
  • Milde Witterung steigert Angebot lagerkritischer Partien

Entwicklung der Vorräte hält mit Produktionswachstum nicht Schritt

(AMI) Die Konsumkartoffelernte 2013 war in Westeuropa höchstens durchschnittlich. Das spiegelte sich anfangs auch in hohen Preisen für Frittenrohstoff wider. Längst ist die Marktlage aber gekippt und die Preise gehen in den Keller. Treffen die fundamentalen Daten zu, scheint das aber nicht gerechtfertigt zu sein. Jüngste Bestätigung dazu ist das vom Prüfzentrum für den Kartoffelanbau in Belgien, PCA, veröffentlichte Ergebnis der Bestandserhebung bei Kartoffeln zum Termin 1. Februar 2014. Demnach bevorrateten die belgischen Erzeuger damals 1,72 Mio. t Kartoffeln. Das waren rund 100.000 t mehr als im fünfjährigen Mittel, welches ziemlich genau vom Lagerbestand der Ernte 2010 zum Termin 1. Februar 2011 markiert wird. Damals allerdings kostete Verarbeitungsrohstoff noch über 20,00 EUR/dt und von 2009 bis 2012 ist das Verarbeitungsvolumen in Belgien um über 700.000 t auf 3,6 Mio. t gewachsen. Das Außenhandelsgeschäft erleuchtet die Lage auch nicht. Im Gegenteil: Aus Frankreich und aus den Niederlanden ist bisher weniger nach Belgien geschickt worden. Der Export aus Belgien signalisiert auch kein Problem. Von Juli bis einschließlich November verließen schon über 370.000 t das Land, so Eurostat. In 2012 und 2011 floss weniger ab.

Kartoffelvorräte in Belgien zu klein?
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ZMP Live Expertenmeinung

Wie schon vorhergesagt, bleibt die Lage am Markt für Frittenrohstoff schwierig. Verarbeiter haben strategisch sehr geschickt vorgekauft und benötigen kurzfristig kaum zusätzlichen Rohstoff vom freien Markt. Ein Ende der abwärts gerichteten Preisspirale ist kurzfristig nicht absehbar. Es gibt immer Anbieter, die unbedingt verkaufen wollen oder verkaufen müssen. Die Verarbeitungsindustrie hat zwar einerseits relativ teuren Vertragsrohstoff in den Büchern stehen, andererseits ist durch die aktuell niedrigen Kassamarktnotierungen die nicht fest bepreiste Vertragsware in den vergangenen Wochen aber immer günstiger geworden. Der Kassamarktverlauf hat die Terminkurse mit nach unten gezogen. Insbesondere für den kommenden Juni bietet sich dort jetzt für Verarbeiter eine gute Möglichkeit der Preisabsicherung. Fundamentale Daten kleiner Ernten, guter Drittlandsgeschäfte und relativ hoher Verarbeitungsvolumen lassen das Ende der Saison 2013/14 durchaus noch für Überraschungen gut sein. Daran würden auch frühe Pflanztermine nur wenig ändern.

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