Jährliche Veränderungen der Milcherzeugung in wichtigen Exportgebieten
Die vorläufig hoch gerechnete Milcherzeugung 2013 auf bedeutenden Exportstandorten in der Welt fällt vergleichsweise schwach aus. Dabei schneiden die USA und Brasilien mit den jahresspezifisch höchsten Mengensteigerungen noch am besten ab. Die EU nimmt eine Mittelposition ein. Unverändert bleibt die Erzeugung in den führenden Exportstaaten Neuseeland und Australien. Argentinien kann gegenüber den Vorjahren nur mäßig zulegen.
Hintergrund für die diese Entwicklung sind die unterschiedlichen Witterungsentwicklungen in den jeweiligen Länder. Sofern die Milcherzeugung überwiegend grundfutterorientiert ist, führen ausgiebige Trockenperioden zu fehlenden Grasaufwuchs, der sich untermittelbar in niedriger Milcherzeugung niederschlägt. So geschehen in den ersten Monaten des Jahres 2013 in Neuseeland und Australien. Das galt teilweise auch mit dem verzögerten Vegetationsbeginn für die EU-27.
Auf den kraftfutterorientierten Produktionsstandorten der USA und EU verhinderten die hohen Futtermittelpreise eine kräftigere Ausdehnung der Erzeugung, obwohl die Nachfrage nach Milchprodukten ausreichend stark war, wie die stürmische Preisentwicklung am April gezeigt hat.
Die vorhergehenden Jahre zeigen, wie wechselhaft die Wirtschaftsbedingungen in den Einzeljahren sein können. Allein das Jahr 2009 hat es fast alle gemeinsam getroffen. Das war die Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise, wo fast alle haben Federn lassen müssen.
Man wird gespannt sein, was uns im kommenden Jahr noch beschert ist. Zurzeit sieht es recht moderat aus.
Die neuseeländische Molkerei FONTERRA veranstaltet alle 14 Tage eine internationale Internetversteigerung für Milchprodukte. Das Preisergebnis wird in einem Index zusammengefaßt, der mittlerweile weltweite Beachtung findet und Orientierung liefert. Zurzeit steht das Preisniveau im oberen 20 %-Segment der Preise der letzten 5 Jahre.