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07.23
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USDA schätzt Weltmilchmarkt 2023 mit mehr Bewegung

USDA-Vorschau auf den Milchmarkt 2023

Das US-Agrarministerium (USDA) hat in seiner halbjährlichen Juli-Schätzung des globalen Milchmarktes 2023 die Erzeugung in den bedeutenden Ländern um 1,1 % angehoben. Das Vorjahr 2022 war geprägt durch eine Stagnation, im Wesentlichen verursacht durch hohe Futterkosten und weiteren Produktionsbelastungen.

Regional unterschiedliche Produktionsentwicklungen

Im weltgrößten Kuhmilcherzeugungsgebiet EU-27 soll dagegen die Anlieferungsmenge mit 144 Mio. t geringfügig zum Vorjahr abfallen. Rückläufige Tierzahlen werden nicht mehr durch entsprechende Leistungssteigerungen aufgefangen.

Im zweitgrößten Produktionsgebiet USA wird von einer Steigerung auf 103,6 Mio. t bzw. knapp 1 % ausgegangen. Dazu tragen sowohl eine geringfügige Erhöhung der Kuhzahlen als auch der Milchleistung bei.

Indien setzt seine jährlich üblichen Zunahmen von mind. 2,5 % auf 99,5 Mio. t Kuhmilcherzeugung (ohne Büffelmilch) fort. Das Ergebnis kommt überwiegend durch Bestandsaufstockungen zustande; die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 1.600 kg pro Kuh. Die Büffelmilcherzeugung wird auf 95 Mio.t veranschlagt.

Chinas Milcherzeugung wird trotz der Begrenzung auf ertragsschwache Standorte im Norden und Westen des Landes stetig vorangetrieben. Im laufenden Jahr sollen mit steigender Kuhzahl und Milchleistung rd. 41 Mio. t erreicht werden. Das wäre eine Steigerung zum Vorjahr um 4,6 %.

In Russland geht die Milcherzeugung mit 32 Mio. t (etwa so groß wie die deutsche Erzeugung) trotz der Größe des Landes nur mäßig voran. Früher steigende Kuhzahlen stagnieren. Die durchschnitt-liche Milchleistung liegt bei 5.000 kg. Ein beachtlicher Anteil des Konsums von Milchprodukten wird aus Importen des Nachbarlandes Belarus bedient.

Das weltgrößte Exportgebiet von Milchprodukten Neuseeland stößt seit mehreren Jahren an seine Kapazitätsgrenzen. Die beiden Inseln sind ausgelastet. Die Kuhzahlen der ganzjährigen Weidehaltung gehen zurück, nur noch Leistungssteigerungen tragen dazu, das Produktionsvolumen aufrecht zu halten. Nach dem trockenen Vorjahr rechnet man 2023 mit einer Wiedererholung um 2 %.

In den übrigen kleineren Erzeugungsgebieten gleichen sich Produktionszunahmen mit Rückgängen weitgehen aus.

Die Verzehrsgewohnheiten für Milch und Milchprodukte reichen von einem 85 %igen Anteil an Trinkmilchkonsum in Indien bis zu einem schwerpunktmäßigen Milchpulverbrauch in China.

Weltweit ist Käse der Absatzrenner. Produktion und Verbrauch zeigen fortlaufend überdurchschnitt-liche Zuwachsraten. Hauptproduktions- und Verbrauchsgebiet ist die EU-27. An zweiter Stelle rangieren die USA mit ergänzenden Importbedarf. Das vielgestaltige Produkt wird in vielen weiteren Ländern mit hohen und steigenden Einkommen verstärkt nachgefragt.

Dagegen verfügt Butter als offenes Fett in den einkommensstarken Industrieländern über kein günstiges Verbrauchsimage. Anders ist die Situation in Indien, wo Butter überwiegend in Reinfettform als konserviertes lagerfähiges Milchprodukt Verwendung findet.

Vollmilchpulver konzentriert sich auf zwei Standorte: auf der Produktionsseite sind Neuseeland und China führend; die EU-27 und Brasilien folgen auf nachrangigen Positionen. Auf der Verbrauchsseite steht China ganz oben an. Hintergrund für diese Verteilung ist die hohe Transport- und Lagerfähigkeit in verbraucherfernen Regionen.

Magermilchpulver ist in 1. Linie ein Nebenprodukt der Buttererzeugung und findet je nach Aufbereitung als Futter- und Nahrungsmittel Verwendung. Hauptproduzenten mit Exportüberschuß sind die EU und die USA; auch Indien erzeugt und verbraucht beachtliche Mengen. Magermilchpulver wird von einer Vielzahl an Importländer nachgefragt.

Der internationale Handel mit Milchprodukten   

Neuseeland ist weltweit führender Exporteur von Milchprodukten. 95 % der Milcherzeugung wird in verarbeiteter Form auf den internationalen Märkten abgesetzt. Mehr als 50 % davon entfällt auf Vollmilchpulver, das überwiegend seinen Weg nach China nimmt. Butter, Käse und Magermilchpulver nehmen die gleiche Richtung in den südostasiatischen Raum.

Zweitgrößtes Exportland ist die EU-27 mit einem Schwerpunkt bei den Käseausfuhren. Auch MMP gehört zu den wichtigen Ausfuhrgütern. Dagegen stellen VMP und Butter nur ein kleines Markt-segment dar. China und die nördlichen Länder Afrikas und des Nahen Ostens sind Hauptabnehmer.

Die USA an 3. Stelle exportieren vorwiegend MMP und Käse. Wichtiger Empfänger ist dabei Mexiko.

Auf der Importseite ragt China heraus. Früher übliche Steigerungen von Milchpulverimporten werden zunehmend abgelöst von Käse- und Buttereinfuhren. Russlands Importe stammen überwiegend aus Belarus.

Der internationale Handel mit Milchprodukten lässt in den letzten Jahren mit der zurückhaltender werdenden chinesischen Nachfrage nach.

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