US-Milchmarkt: mehr Kühe - höhere Leistung- reichlich Grundfutter - knapp mittlere Preise
Im Gegensatz zu vielen anderen Milcherzeugungsregionen mit deutlichen Produktionseinschränkungen gehören die USA zu den wenigen Ländern mit unverminderter Steigerung der Kuhbestände. Zwar sind auch in den USA die Milcherzeugerpreise von fast 45 €-ct/kg im Jahre 2014 auf rd. 32 €-ct/kg im laufenden Jahr gefallen, aber die ungewöhnlich hohen Niederschläge in diesem Jahr bescheren den US-Milcherzeugern ein ungewöhnlich hohes Grundfutteraufkommen.
Für das Jahr 2015 schätzt das USDA eine Milchproduktionssteigerung von +1,7 %. Für das folgende Jahr 2016 sollen nochmals 2,5 % dazu kommen. Hintergrund ist die Aufstockung der Milchkuhherden auf 9,3 Mio. Kühe bei gleichzeitiger Steigerung der Milchleistung je Kuh und Jahr auf eine Größenordnung von 10.390 kg je Kuh im Durchschnitt. Erst für das Jahr 2017 wird mit einer Abflachung der Zahlen gerechnet.
Die Milch fließt zu 99 % an die Molkereien. Die Verarbeitung der Anlieferungen erfolgt schwerpunktmäßig zu Butter, Magermilchpulver und verschiedene Käsearten. Vollmilchpulver spielt in den USA eine völlig untergeordnete Rolle.
Die Produktion von Käse steigt im Durchschnitt der Jahre um mehr als 2 %. Die USA sind sowohl Ex- wie Importeure von Käse, wobei die Käsespezialitäten den Ausschlag geben.
Die Buttererzeugung hat nach Jahren des Rückgangs wieder zugenommen. Dabei kommt dem Export sowohl in den angrenzenden Nachbarländern wie im asiatischen Raum eine steigende Bedeutung zu.
Der Magermilchpulversektor hat mit einem Exportanteil von knapp 20 % eine herausragende Stellung am Weltmarktgeschehen.
Für die kommenden Jahre rechnet das USDA mit durchschnittlichen Milchpreisen aller Klassen um die 35 €-ct/kg. Die um 15 % zum Vorjahr gefallenen Butterpreise sollen ausgehend vom heutigen Niveau nochmals um 5,5 % im Jahre 2016 nachgeben. Dagegen rechnet man ausgehend vom aktuellen Tiefpreisniveau mit einer Steigerung der Magermilchpulverpreise von fast 20 %. Käsenotierungen sollen in gemäßigtem Umfange wieder etwas zulegen.