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China bricht alle Einfuhrrekorde bei Milchpulver

China's Verbrauch an Vollmilchpulver ist innerhalb von 5 Jahren von 900.000 t auf über 1,7 Mio. t gestiegen. Allein für das laufende Jahr 2013 rechnet man mit einem Zuwachs von 12 %. Die Eigenerzeugung kommt mit dieser Verbrauchssteigerung nicht mit. Daher wird der Spitzenbedarf durch zunehmende Importe abgedeckt. In 2013 werden es rd 100.000 t bzw. rd 25 %  mehr sein. Größter Gewinner ist Neuseeland.

China's Milchwirtschaft hat einen eigentümlichen Verlauf genommen. In den ersten Jahren des 2. Jahrtausend begann eine stürmische Aufwärtsentwicklung mit einer Verdreifachung der Erzeugung innerhalb von 5 Jahren. Dann kam der Melaminskandal, der eine Reihe von Kindern das Leben kostete.  Der Imageschaden war unglaublich groß. Der Verbrauch und die Produktion brachen schlagartig ein und erreichten ihren Tiefstpunkt im Jahre 2009.  Bis heute wurde der ursprüngliche Zustand vor dem Melaminskandal noch nicht wieder erreicht.

Dennoch nahm der Verbrauch von Milchprodukten eine weitere Aufwärtsentwicklung, im wesentlichen gestützt durch steigende Importe. Die chinesischen Verbraucher der Mittel- und Oberschichten mißtrauen den im eigenen Land erzeugten Produkten und setzen verstärkt auf Importware, denen sie ein höheres Wertschätzung zukommen lassen. Voll- und Magermilchpulverimporte stehen dabei ganz oben auf der Liste, während die übrigen Milchprodukte wie Butter und Käse noch ein Schattendasein führen. Joint Ventures mit ausländischen Firmen sollen das Negativimage wieder abbauen helfen.

Die zunehmende Mittel- und Oberschicht mit wachsenden Einkommen stellt in steigendem Maße ihr Ernährungsverhalten  auf höher veredelte Nahrungsmittel nach westlichen Muster um. Angesichts der großen Zahl von 1,4 Mrd. potenziellen Verbrauchern entwickelt sich hier ein Riesenabsatzgeschäft für Milchprodukte, das durch die Eigenerzeugung in China erkennbar nicht gedeckt werden kann.

Was hat das für Europa zu bedeuten?

Die EU-28 ist das weltgrößte geschlossene Produktionsgebiet in der Kuhmilcherzeugung und steht an zweiter Stelle nach Neuseeland im globalen Exportgeschäft. Allerdings sind die Möglichkeiten, nach China direkt zu exportieren, begrenzt. Die neuseeländische Konkurrenz ist preiswerter und hat seine Stützpunkte in China bereits ausgebaut. In der EU-28 geht die Vollmilchpulvererzeugung mangels wettbewerbsfähiger Absatzmöglichkeiten seit Jahren zurück. Bei Magermilchpulver bestehen größere Möglichkeiten für die EU-28, in einer Vielzahl von Importländern verkaufen zu können. Die weltweit boomende Nachfrage hat im Durchschnitt der letzten Jahre zu einer Steigerung geführt. Für 2013 wird jedoch ein Rückgang beim EU-MMP-Export festgestellt. Schwerpunkte für die EU bleiben der Absatz von Butter und Käse in Richtung Russland.

Die große chinesische Nachfrage absorbiert eine weltweit steigende Milchproduktion, so dass für alle Milchproduzenten auf direkten  und indirekten Wege Absatz- und Preisvorteile entstehen - auch für Europa. Allerdings sollte man auch die Kehrseite der großen Abhängigkeit nicht aus dem Auge verlieren.

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