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08.15
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Chinas Milchmarkt verliert an Schwung

Chinas Milchmarkt 2015: wenig Produktionszuwachs – Importeinbruch – Vorratsabbau

Die reduzierten Milchprodukteinfuhren Chinas haben neben dem Russlandimportstopp weltweit einen Kursrutsch bei den Milchpreisen ausgelöst. Der Preisschock fiel auch deswegen so stark aus, weil die bisherige Entwicklung der Einfuhren einen ständig steigenden Einfuhrbedarf signalisierte. Chinesische Vollmilchpulverimporte stiegen innerhalb von 6 Jahren um mehr als das dreifache; die gesamten Milchproduktimporte haben sich versechsfacht. Die chinesische Nachfrageentwicklung führte weltweit zu hohen Milchpreisen, die in den Erzeugungsgebieten zur Ausdehnung der Milchproduktion animierte. Lediglich die EU wurde durch die damals geltende Quotenregelung gebremst.

Beginnend mit dem 2. Halbjahr 2014 reduzierte China seine Einfuhren um die Größenordnung von 30% bis 60 % je nach Produkt. Ausreichend hohe Vorräte und eine schwächere Einkommensentwicklung wurden als Gründe angesehen.

Eine erwartete Wiedererholung der chinesischen Einkäufe im Ausland hat sich  bislang nur in begrenzten Umfang gezeigt. Es bleibt vorerst bei den Mengen unterhalb der ohnehin schon gedrückten Vorjahreslinie.

Die jüngsten Wechselkursanpassungen verringern die Kaufkraft der chinesischen Währung mit der zu erwartenden Folge, dass die Importbereitschaft auch weiterhin gedrosselt bleibt.

Die verringerten Milchprodukteinfuhren Chinas haben im eigenen Lande relativ wenig Bewegung ausgelöst. Wer glaubte, dass die fehlenden Importe durch die Steigerung der Inlandserzeugung kompensiert werden, sieht einer anderen Wirklichkeit entgegen. Die Zahl der Milchkühe hat sich wenig verändert. Die Milchleistung je Kuh steigt zwar, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Die Gesamte Milcherzeugung 2015 liegt nur wenig über der steigenden Entwicklung der Vorjahre. Ein Kompensationseffekt für die fehlenden Einfuhren ist nicht zu erkennen.

Die Schwachstellen der chinesischen Milcherzeugung bestehen einmal in den knapp zur Verfügung stehenden Futterflächen. Gute Standorte werden dringend gebraucht, um Marktfrüchte zu erzeugen. Extensive Standorte sind marktfern in den Randbezirken zur chinesischen bzw. mongolischen Wüste.

Damit verbunden ist das 2. Problem der Milchlogistik angefangen von der verbrauchs-gerechten Aufbereitung, des Transports in die  Ballungsgebiete, die zu beachtlichen Teilen an der Küste liegen. Geschlossene Kühlketten sind nur in Ansätzen vorhanden. Die Einfuhren in die hafennahen Großstädte sind im Regelfall kostengünstiger als der Landweg aus dem Landesinneren.

Auf der Verbrauchsseite dominiert der Frischmilchkonsum allerdings überwiegend zur räumlich eng begrenzten Hausversorgung. Auf den marktfernen Standorten herrscht die Erzeugung von Vollmilchpulver vor, die für 2015 aber nur wenig Zuwachs aufweist. Magermilchpulvererzeugung spielt eine untergeordnete Rolle, weil kaum Butter hergestellt wird. Das gilt auch für die unbedeutende Käseherstellung in China.

Der marktentscheidende Vollmilchpulverbrauch stammte in früheren Jahren rd. zur Hälfte aus Importen bzw. Eigenerzeugung. Der jetzt zu beobachtende Einbruch der VMP-Einfuhren und geringfügige Zuwachs an Eigenerzeugung lässt vermuten, dass von den aufgebauten Vorratsreserven gezehrt wird. Der VMP-Verbrauch steigt deutlich weniger an als in den letzten Jahren.

Im Gegensatz zu früheren Jahren baut China zurzeit keine Bestandsvorräte mehr auf, sondern betreibt nur noch eine knappe Ersatzbeschaffung. Das erklärt die zurückhaltende Einfuhrpolitik der letzten Zeit und für eine die kommende absehbaren Monate.

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